Acht Themen bilden Kitt für eine zerrissene Region

Viel Applaus erntete die Vorstellung des Entwicklungsprozesses „Rund um Patscherkofel und Glungezer“. Der Zusammenhalt wurde beschworen.

Gespannt lauschten die Mittelgebirgler den Ausführungen zum Entwicklungsprozess für ihre Region. Selbige soll gestärkt daraus hervorgehen.
© Mitterwachauer

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck — Was wurde in der Vergangenheit falsch gemacht im südöstlichen Mittelgebirge von Tulfes bis nach Patsch inklusive Ellbögen und die Innsbrucker Stadtteile Igls und Vill? Wieso braucht es also jenen Entwicklungsprozess, der Donnerstagabend im Congress Igls vor mehr als 500 Interessierten mit ersten Ergebnissen vorgestellt wurde? Der Planungsverbandsobmann und Sistranser BM Josef Kofler brachte es ohne viel Federlesens auf den Punkt: „Die Region ist ein­e zerrissene." Variierende Zuständigkeiten auf Bezirks-, Schul- und Tourismusebene führten in der Vergangenheit zu einem fehlenden Zusammen­gehörigkeitsgefühl. Eines, das nun wieder belebt werden soll. Und muss, will die Region nicht vollends zu einem reinen Schlaf-Satelliten der Landeshauptstadt verkommen. Zusammenhalt sei mehr als nur ein Gebot der Stund­e, bilanziert­e Kofler zum Schluss.

Die ersten zarten Ergebniss­e des vor sechs Monaten ins Leben gerufenen Entwicklungsprozesses für die Region wurden am Donnerstag vom Publikum mit großer Neugier und Interesse, aber auch einer Portion Skepsis aufgekommen. Das, was jetzt noch kommen soll, also die Ideen und Leitmotive einer „Aktivierenden Vitalregion" mit konkreten Inhalten und Projekten in die Umsetzung zu bringen, wurde mit anhaltendem Applaus bedacht. Ein Applaus, der mitunter von so manchem Podiumsgast erhofft, aber nicht zwangsläufig auch erwartet worden war.

Für die kommenden Monate wurden nunmehr acht Arbeitsgruppen (AG) zu unterschiedlichen Themen installiert.

  1. Vitalzentrum: Mit TVB-Direktorin Karin Seiler-Lall an der Spitze wird ein Konzept für ein Vitalzentrum in der Region entwickelt, das „kein Freizeitzentrum, kein Ärztehaus und auch keine zweite Burnout-Klinik wird". Geld zum Bau hat man aber keines — dafür müssten noch finanzkräftige Investoren andocken.
  2. AG 2+3, Gesunde Region/Wandern: In diesen AGs sollen binnen zweier Jahr­e die vier Hauptwanderwege (Zirben-, Almen-, Speckbacher-, Dörferweg) „sinnvoll verbessert und ausgebaut werden".
  3. Radfahren am Plateau: „Radfahren ist das neue Gold", davon ist AG-Chef Thomas Pupp überzeugt. Aber auch beruflich könne das Rad verstärkt genutzt werden. Als­o gelte es sich neue Radwegekonzepte (speziell: Anbindung an Stadt und zwischen Gemeinden) anzuschauen.
  4. Hütten und Almen: All­e Hütten und Almen sollen vernetzt, aufeinander abgestimmt und neue Produkte und Veranstaltungen entwickel­t werden.
  5. Landwirtschaft: Einheimische sollen verstärkt auf die hochqualitativen Erzeugnisse der Bauern am Plateau aufmerksam gemacht werden, ebenso Hotellerie und Gastronomie.
  6. Kunst und Kultur: Bestehende Initiativen sollen durch neue ergänzt und gestärkt werden.
  7. Mobilität: Insbesondere die Doppelgleisigkeiten im öffentlichen Nahverkehr (VVT, IVB) werden zu hinterfragen sein.

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