Grein: „Die Kluft könnte noch viel größer werden“

Die Swarco Raiders laden heute (17.30 Uhr, Tivoli) zum Duell gegen Helsinki: Im Raiders-Trainerteam steht mit Florian Grein ein Altbekannter.

© Stieg

Von Daniel Suckert

Innsbruck –Wenn man im Tiroler Football von einer Legende sprechen darf, dann bei Florian Grein. Die unvergessene Nummer 26 der Swarco Raiders gibt sein „Know-how“ schon länger als Raiders-Nachwuchskoordinator weiter. Seit heuer betreut der 32-Jährige auch die Running-Back-Abteilung der Kampfmannschaft. Und so wird er auch heute (17.30 Uhr) beim Battle-4-Tirol-Duell gegen den finnischen Serienmeister Helsinki im Tivoli-Stadion anzutreffen sein.

„Es ist nicht immer ganz leicht, beide Rollen unter einen Hut zu bringen“, gesteht der seit 1994 in der Raiders-Familie stehende Tiroler. Sein­e Aufgabe im Nachwuchs beansprucht schon genügend Zeit, die Arbeit mit den jungen Running Backs des ersten Teams will er trotzdem nicht missen: „Das sind wertvolle neue Erfahrungen.“

Grein gehört zur kultverdächtigen Tiroler Football-Garde: Zusammen mit Daniel Dieplinger, Andreas Pröller oder Mario Rinner prägten sie in den 90er- und Anfang der 2000er-Jahre den Aufstieg des Sports mit dem „Eier­laberl“. Grein entwickelte sich zu einem der besten Running Backs Österreichs.

Dass früher nicht alles besser war, davon ist der vierfache MVP (2003, 04, 08, 11) beim Blick auf die jetzige AFL überzeugt. Grein: „Die Athletik hat sich enorm entwickelt.“ In der Jetzt-Zeit noch einmal als Junger durchstarten würde der stets gut gelaunte Grein aber nicht wollen: „Auch wir hatten eine schöne Zeit.“

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Die generelle Entwicklung des Footballsports sieht der 2012 zurückgetretene Akteur mit gemischten Gefühlen. Da sind einerseits Vereine wie die Vienna Vikings oder die Raiders, die auf Nachhaltigkeit und den Nachwuchs bauen. Andererseits sind aber auch europäische Clubs da, die dem kurzfristigen und schnellen Erfolg den Vorzug geben. „Nachhaltigkeit kann aber nur über den Nachwuchs funktionieren“, zeigt Grein sich überzeugt.

Darum befürchtet die Legende auch, dass die Unterschiede größer werden könnten: „Die Kluft könnte noch viel größer werden.“ Das könnte auch auf das heutige Duell mit dem finnischen Serienmeister gelten, denn das erste Aufeinandertreffen endete mit einem 52:13-Erfolg der Tiroler. Für die Raiders-Familie aber kein Grund, den heutigen Florian Greins nicht Vorort die Daumen zu drücke­n.


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