Bald nur mehr acht Volksbanken - In fast allen Bundesländern erledigt

Wien (APA) - Bei den Volksbanken läuft eine dramatische Fusionswelle. Zur Zeit sind es nur noch 27 regionale Volksbanken. Bis zum heurigen J...

Wien (APA) - Bei den Volksbanken läuft eine dramatische Fusionswelle. Zur Zeit sind es nur noch 27 regionale Volksbanken. Bis zum heurigen Jahresende sollen es 12 bis 13 sein, im Jahr 2017 dann die vorgegebenen österreichweit acht Institute. Das war eine Auflage bei der Teilverstaatlichung der alten Volksbanken AG (ÖVAG) im Jahr 2012. Vor vier Jahren gab es noch über 60 Volksbanken.

Wenn bis Dezember 2016 die Zahl der regionalen Institute vom jetzigen Stand wieder halbiert ist, sind fast alle Bundesländerbanken mit ihren Verschmelzungen durch. Im Wesentlichen soll es künftig nur mehr eine große regionale Volksbank pro Bundesland geben.

Aus technischen Gründen ziehen sich einige wenige kleine regionale Volksbank-Fusionen ins Jahr 2017: Und zwar je eine im westlichen Niederösterreich und in Oberösterreich, in Salzburg sind es zwei. 2017 fusionieren zudem die Ärzte- und die Apothekerbank, die auch zum Sektor gehören.

Wenn sich die unter großem Druck vorangetriebene Fusionswelle 2017 gelegt hat, sollen die verbliebenen größeren Institute eine entsprechende kritische Masse haben: mit Bilanzsummen zwischen 1,4 Milliarden Euro (Kärnten, als kleinste) und mehr als 5 Milliarden Euro (Volksbank Wien, in ihrem Part als Regionalbank). Im Schnitt liegen die fusionierten Bundesländer-Volksbanken zu heutigen Daten dann bei jeweils etwa 3 Mrd. Euro Bilanzvolumen.

Seit der Zerschlagung der alten ÖVAG (die in der Abbaugesellschaft Immigon abgewickelt wird) ist die Volksbank Wien nicht mehr nur die mit Abstand größte regionale Volksbank, die selber laufend regionale Volksbanken mit sich verschmilzt, sondern auch das Spitzeninstitut für die österreichischen Volksbanken. Auf die Bank in Wien wurden Mitte 2015 nicht nur die Zentralinstitutsteile, sondern auch alle anderen fortzuführenden früheren ÖVAG-Geschäfte übertragen. Die Bilanzsumme der Volksbank Wien lag Ende 2015 bei 10,6 Mrd. Euro. Das ist etwa dreimal so viel wie ein Jahr davor.

Der Bilanzgewinn (UGB-Bilanz) in der Volksbank Wien für 2015, dem großen Jahr des Umbaus, wurde gegenüber der APA am Freitag mit knapp einer halben Million Euro angegeben. Der Konzernumbau habe auch Einmalkosten beschert, die nur 2015 betroffen hätten.

Wie in jedem Bundesland gibt es bei der Volksbank-Wien einen Fusionsfahrplan: Am 9. Juli kommt die Volksbank Marchfeld dazu, am 23. Juli die Volksbank Weinviertel, am 5. November Niederösterreich-Süd. Wenn am 26. November die Volksbank Südburgenland in der Volksbank-Wien aufgeht, ist auch die größte Bank im Sektor zu Jahresende 2016 mit ihren Verschmelzungen fertig.

Die „Fusionsgruppe“ Volksbank Wien kommt aktuell auf insgesamt rund 100 Filialen. In den nächsten zwei Jahren sind jeweils rund 10 Filial-Zusammenlegungen geplant. Das macht etwa 20 Prozent bis Ende 2017.

Noch hätten nicht alle Volksbanken in Österreich ihre Filialfusionspläne konkret quantifiziert. Die im Jänner genannte Zahl von maximal 20 Prozent sei „ein guter Richtwert“, wird im Spitzeninstitut bekräftigt. Wichtig sei eine gute räumliche Erreichbarkeit. Da gebe es im Ballungsraum andere Voraussetzungen als etwa im Westen des Bundesgebiets. In Wien wäre eine derart definierte gute Erreichbarkeit mit 70 bis 80 Filialen getan, rechnen die Volksbanker vor. Das heißt, in manchen Bundesländern würden wohl weniger Volksbank-Filialen aufgelassen, in Wien allenfalls mehr. 2018/2019 könnte demnach noch die eine oder andere weitere Filialfusion in der Bundeshauptstadt folgen.


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