Zutrittsverbot für Frauen in indischem Tempel abgeschafft

Neu-Delhi (APA/AFP) - In einem indischen Tempel ist ein seit Jahrhunderten geltendes Zutrittsverbot für Frauen per Gerichtsurteil abgeschaff...

Neu-Delhi (APA/AFP) - In einem indischen Tempel ist ein seit Jahrhunderten geltendes Zutrittsverbot für Frauen per Gerichtsurteil abgeschafft worden. Im Shani-Shingnapur-Tempel im westindischen Bundesstaat Maharashtra seien die Anweisungen eines Gerichts in Mumbai umgesetzt worden und Frauen ins innere Heiligtum des Tempels gelassen worden, sagte ein Vertreter der Tempelverwaltung am Freitag der Nachrichtenagentur AFP.

Vergangenes Jahr hatten die Behörden eine Frau daran gehindert, das Innere des Tempels im Bezirk Ahmednagar zu betreten. Frauenrechtsaktivisten starteten daraufhin eine Kampagne für ein Ende des Verbots. Eine der Anführerinnen, Trupti Desai, argumentierte, eine derartige Diskriminierung von Frauen dürfe im 21. Jahrhundert nicht hingenommen werden. In Indien ist allerdings vielerorts Frauen der Zutritt zum inneren Heiligtum religiöser Stätten untersagt.

Das Gericht in Mumbai urteilte vergangene Woche, auch Frauen hätten ein Grundrecht auf religiöse Verehrung. Die Behörden müssten ihnen daher den Zugang zu Heiligtümern ermöglichen und ihre Sicherheit dort sicherstellen.

Ungeachtet des Gerichtsurteils hatten am vergangenen Wochenende hunderte aufgebrachte Dorfbewohner etwa 30 Frauen am Betreten des Tempels gehindert. Die Polizei schritt ein, es gab Festnahmen. Um die Lage zu beruhigen, hatte die Tempelverwaltung daraufhin vorübergehend sowohl Frauen als auch Männern den Zugang zum Tempel untersagt.

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