Toter Italiener in Kairo: Streit zwischen Rom und Ägypten eskaliert

Rom (APA) - Nach den diplomatischen Verstimmungen wegen des mysteriösen Todes eines italienischen Studenten in Kairo spitzt sich der Streit ...

Rom (APA) - Nach den diplomatischen Verstimmungen wegen des mysteriösen Todes eines italienischen Studenten in Kairo spitzt sich der Streit zwischen Rom und Ägypten weiter zu. Außenminister Paolo Gentiloni hat am Freitag den italienischen Botschafter in Kairo, Maurizio Massari, zu Beratungen nach Rom zurückgerufen.

Der Beschluss wurde gefasst, nachdem die Gespräche zwischen den römischen Staatsanwälten, die zum gewaltsamen Tod des Studenten Giulio Regeni in Kairo ermitteln, und der ägyptischen Delegation, die in Rom eingetroffen ist, versandet sind. Das Treffen der beiden Delegationen sei „grundsätzlich gescheitert“, verlautete es aus Justizkreisen in Rom. Die römischen Staatsanwälte hätten von ihren ägyptischen Kollegen wesentliche Informationen zur Klärung des Falls nicht erhalten, um die sie gebeten hatten. Das Dossier aus wenigen Seiten, das die ägyptische Delegation in Rom vorgelegt habe, enthalte bereits altbekannte Informationen.

Der 28-jährige Giulio Regeni war am 25. Jänner in Kairo verschwunden und neun Tage später tot aufgefunden worden. Sein Körper wies Zeichen schwerster Misshandlungen auf, darunter ausgerissene Finger- und Fußnägel. Auch wurden ihm die Ohren abgeschnitten. Sicherheitskräfte hatten später vier Mitglieder einer Bande getötet, die auf die Entführung von Ausländern spezialisiert gewesen und den Studenten getötet haben soll. Italien glaubt jedoch nicht an diese Version.

Außenminister Paolo Gentiloni hatte vor wenigen Tagen „sofortige Maßnahmen“ angekündigt, falls die Unterlagen der ägyptischen Behörden unvollständig seien. Die Ermittler in Rom hatten Kairo aufgefordert, sowohl die Daten des Mobiltelefons Regenis als auch Videoaufnahmen von der Metrostation offenzulegen, in der er am Tag seines Verschwindens gewesen sein soll.

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