„Viele Menschen in Innsbruck sind frustriert“

Morgen Dienstag trifft sich die neue Interessengemeinschaft Bürgerinitiativen Innsbruck mit der Stadtregierung. Vorab bekam die Politik einen Fragenkatalog.

"Es hat sich sehr positiv entwickelt. Es kommen immer wieder neue Initiativen zu uns dazu“, sagt Anita Stangl (IG-Sprecherin).
© Julia Hammerle

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Für die Interessengemeinschaft „Bürger­initiativen Innsbruck“ ist es so etwas wie eine Standortbestimmung. Nicht der eigenen, sondern der Viererkoalition im Innsbrucker Rathaus. Mit dieser, genauer gesagt mit allen Mitgliedern des Stadtsenats, wird sich die IG-Spitz­e unter Führung von Sprecherin Anita Stangl morgen Dienstag treffen. Das Angebot für dieses Arbeitsgespräch ging von Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) aus. Was nicht weiter verwundert – wird der Koalition doch von Seiten der IG mitunter vorgeworfen, die Sorgen und Ängste der Bevölkerung nicht ernst zu nehmen. Das Gefühl, dass in Innsbruck „das Drüber­fahren politische Methode hat“, wie Stangl es quasi zur IG-Geburtsstunde ausdrückte, eint sie und ihre Verbündeten.

Die IG will eine Plattform für alle interessierten Innsbrucker Bürgerinitiativen sein. Inzwischen seien bereits 16 unter dem Dach der IG versammel­t, sagt Stangl: „Und es kommen immer wieder neue Initiativen dazu.“ Durch die Gründung dieser Plattform, die unzufriedenen Bürgern ein Sprachrohr sein will, habe man „viel Zuspruch bekommen“, sagt Stangl. Immer wieder würden Menschen hilfesuchend die IG kontaktieren: „Viele Menschen in Innsbruck sind frustriert. Da hat sich einiges aufgestaut.“

Die Schuldigen an dieser Entwicklung hat die IG in der Viererkoalition ausgemacht. Von selbiger wollen Stangl und Co. auch konkrete Auskünfte zu aktuellen Themen bekommen. Im Vorfeld des morgigen Gespräches wurde allen Mitgliedern des Senats ein Komplex aus 29 Fragestellungen übermittelt. Dieser umfasst die zentralen Bereiche Flüchtlingswesen, bauliche Verdichtung, Lärm, Patscherkofelbahn und Raumordnungskonzept. Alles Themen, welche die zentralen Akteure der IG widerspiegeln. Stangl selbst kämpft gegen eine Verbauung des Olympiaparks im O-Dorf. Lärm ist zentrales Element im Streit zwischen der Stadt und Anrainern des Fußballplatzes in der Reichenau, die Neubaupläne der Bahn stoßen einigen Iglern sauer auf und die Flüchtlingsunterbringungen stießen ohnedies zuletzt auf viel Kritik. Ob die Regierung alle Fragen beantworten wird, bleibt abzuwarten.

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