Leichtathletik: Pfeil und Kemboi am Marathon-Olympialimit vorbei

Wien/Rotterdam (APA) - Valentin Pfeil in Wien und Edwin Kemboi in Rotterdam sind am Sonntag als jeweils Marathon-13. am Olympia-Limit für Ri...

Wien/Rotterdam (APA) - Valentin Pfeil in Wien und Edwin Kemboi in Rotterdam sind am Sonntag als jeweils Marathon-13. am Olympia-Limit für Rio de Janeiro von 2:14 Stunden vorbeigelaufen. Pfeil benötigte bei windigen und kühlen Verhältnissen in seinem Debütlauf über 42,195 Kilometer 2:16:37, Kemboi bei guten Bedingungen 2:15:47. Aktuell ist damit nur Andrea Mayr für den Olympia-Marathon qualifiziert.

„Das waren zwei Möglichkeiten an einem Tag, schade, dass sich kein Limit ausgegangen ist. Die zwei Zeiten sind ähnlich, aber ganz unterschiedlich zu interpretieren. Edwin hätte es drauf gehabt, aber er hat ‚overpaced‘. Valentin ist vernünftig und intelligent gelaufen, bis Kilometer 30 waren die 2:14 möglich, dann hat ihn der Wind eingeholt“, sagte ÖLV-Sportdirektor Hannes Gruber zur APA - Austria Presse Agentur.

Mayr unterbot das Olympialimit im vergangenen Oktober in Frankfurt, das Österreichische Olympische Komitee hat die Oberösterreicherin auch bereits für Brasilien nominiert. Kemboi schrammte vergangenes Jahr in Dubai nur um fünf Sekunden an der Norm vorbei, mit Valencia (2:15:11) und Rotterdam hat der gebürtige Kenianer nun aber zwei 2:15er-Zeiten stehen. Da das internationale Limit bei 2:19 steht, wäre eine Olympia-Nominierung theoretisch möglich. Das letzte Wort hat das ÖOC.

Am 17. April versucht es der im Dezember eingebürgerte Äthiopier Lemawork Ketema im Hamburg-Marathon. Anita Baierl nimmt den Normversuch im Mai in Angriff, entweder in Salzburg oder in Prag. Den Halbmarathon am Sonntag in Wien beendete Baierl nicht, bis Kilometer 15 war sie noch gut dabei.

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Kemboi ging es am Sonntag in Rotterdam zu schnell an, mit 1:05:26 kam er beim Halbmarathon durch. „Es gab vom Organisator zwei Gruppen mit Tempomachern, eine auf 2:06, eine auf 2:11. Edwin ist einer, der lieber schnell in der Gruppe anläuft, als alleine unkoordiniert“, erklärte Gruber, weshalb sich Kemboi der 2:11er-Gruppe anschloss.

Pfeil machte in Wien alles richtig, hatte gute Tempomacher auf 2:14 an seiner Seite, musste aber dem Wind Tribut zollen. „Wenn man Olympia als Ziel ausgesprochen hat, dann ist da auch eine Erwartungshaltung. Irgendwann habe ich es selbst geglaubt, dass ich es kann. Ich wusste, dass es einen Husarenritts bedarf. Kurzfristig bin ich enttäuscht“, sagte Pfeil, der nicht lange dem Wind die Schuld geben wollte. „Am Ende steht die Zeit da und die gilt.“

Als er dann doch auf die Ergebnisliste blickte und erkannte, dass auch die absolute Elite ob der Bedingungen Zeit eingebüßt hatte, meinte der 27-Jährige: „Ich glaube schon, dass man (den Wind/Anm.) als Argument sehen kann.“ Mit zunehmender Dauer spürte er den nötigen Mehraufwand, in der Prater Hauptallee begriff er, dass sich der Olympiatraum nicht erfüllen wird.

„Ich habe trotzdem versucht, die Stimmung zu genießen. Mittlerweile kann ich wieder lachen bzw. begreifen, was es bedeutet, Marathon zu laufen. Schon ein hartes Stück Arbeit.“ Bei Kilometer 40 wurde ihm schwarz vor Augen, ans Aufgeben dachte er aber nie.

In den kommenden Wochen wird Pfeil locker trainieren und sich ab 1. Mai auf die Halbmarathon-EM am 10. Juli in Amsterdam vorbereiten. „Das ist mein Saisonhöhepunkt, das wichtigste Rennen. Darauf ist der Fokus gerichtet.“

Seine Zukunft sieht Pfeil definitiv auf der Marathondistanz. „Ich glaube, dass ich trotzdem Blut geleckt habe. Diese Bühne hat eine andere Dimension, als ich sie bis dato auf der Bahn erlebt habe. In den nächsten Tagen oder Wochen werde ich ein positives Resümee ziehen und viel positive Energie mitnehmen.“ Weil klar ist, was er erreichen will. „Das Lebensziel ist Olympia.“


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