„Kein Landeshauptmann traut sich, 16 Bauern zu enteignen“

Landwirte aus Kufstein und Langkampfen verfassten eine Resolution, keinen Grund für eine allfällige Umfahrung Kufsteins herzugeben.

© Michael Mader

Von Michael Mader

Kufstein –Der tägliche Stau bei den Stadtein- und ausfahrten in Kufstein gehört schon fast zum Stadtbild. Verstärkt durch die Grenzkontrollen in Bayern und multipliziert durch die zahlreichen Skitouristen. Die Skisaison im Bezirk ist vorbei, der Stau aber ist geblieben – was nicht nur den Ärger der Autofahrer hervorruft, sondern auch die alte Idee einer möglichen Nordumfahrung der Festungsstadt in regelmäßigen Abständen immer wieder aufkeimen lässt.

Wie berichtet, müssten dafür aber etliche private Gründe in Anspruch genommen werden und Bürgermeister Martin Krumschnabel informierte vor einiger Zeit, dass etliche Grundbesitzer nicht bereit wären, dafür Flächen abzutreten. „Trotzdem wurde zuletzt auch bei der Diskussion der Tiroler Tageszeitung mit den Bürgermeisterkandidaten die Nordumfahrung ins Treffen geführt“, ärgert sich Schwoicherbauer Josef Wagner. Um diese Diskussion seinen Worten nach ein für alle Mal im Keim zu ersticken, haben nun 16 betroffene Landwirte in Kufstein und Langkampfen eine Resolution verfasst.

Das tägliche Verkehrschaos in Kufstein erforder­e dringendst eine Lösung bzw. Regelung. Insbesondere das Problem des hohen Verkehrsaufkommens, welches durch eine unsinnige Gesetzeslage von der bestehenden Infrastruktur (Autobahn) auf die Landesstraße ausweicht, müsse politisch in Form einer Gesetzesänderung umgehend einer Lösung zugeführt werden, heißt es dort unter anderem. Alle bisherigen Lösungsvorschläge seien nicht zielführend und würden daher seitens der betroffenen Anrainer und Bewohner abgelehnt. Um dieser Haltung Nachdruck zu verleihen, erklärten nunmehr 16 Grundeigentümer im Kufsteiner Ortsteil Morsbach und in Langkampfen Au, keine in ihrem Eigentum befindlichen Grundflächen für eine etwaige Umfahrungsstraße zur Verfügung stellen zu wollen.

„Früher hat man die Autobahn gebaut, um die Autos aus den Städten zu bekommen, und jetzt will man parallel dazu eine weitere Straße bauen. So ein Unsinn. Kein Landeshauptmann traut sich, 16 Bauern zu enteignen“, meint Wagner kämpferisch. Wobei das auch noch nie zur Diskussion stand.

Für Bürgermeister Krumschnabel ist die Umfahrung ohnehin ein zu aufwändiges Projekt: „Soviel ich weiß, müsste u. a. ein Brückenwerk konstruiert werden und sogar das Biotop Maistaller Lacke wäre in Gefahr.“


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