G-7-Minister werben in Hiroshima für Friedensdiplomatie

„Vermutlich steht kein anderer Ort so sehr für die Verantwortung der Staaten für eine Welt ohne Krieg“, erklärte der deutsche Außenminister.

EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, die Außenminister von Kanada Stephane Dion, Großbritannien Philip Hammond, Japan Fumio Kishida, USA John Kerry, Italien Paolo Gentiloni und Frankreich Jean-Marc Ayrault.
© POOL

Hiroshima – Sieben Jahrzehnte nach dem Atombombenabwurf haben sich am Sonntag die Außenminister der sieben großen Industriestaaten (G-7) in Hiroshima getroffen. In der japanischen Stadt wollen die Minister über weltweite Krisenherde beraten und den G-7-Gipfel im Mai vorbereiten. Angesichts der Symbolkraft des Tagungsorts riefen Teilnehmer des Treffens zu besonderen Bemühungen um den Frieden auf.

Der Atompilz von Hiroshima, aufgenommen vom US Militär aus einem Flugzeug.
© HIROSHIMA PEACE MEMORIAL MUSEUM

Mit John Kerry reiste erstmals ein US-Außenminister in die Stadt, die am 6. August 1945 durch eine US-Atombombe zerstört worden war. Die Explosion und die atomare Verstrahlung töteten in Hiroshima und Umgebung rund 140.000 Menschen. Kerry mahnte „Fortschritte in der atomaren Abrüstung“ an. Dieses Ziel müsse erreicht werden, um die Risiken „für uns, unsere Verbündeten und die gesamte Menschheit“ zu verringern, sagte Kerry der in Hiroshima erscheinenden Zeitung „Chugoku Shimbun“.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warb in Hiroshima für die Bereitschaft zur gewaltfreien Konfliktlösung. „Vermutlich steht kein anderer Ort so sehr für die Verantwortung der Staaten für eine Welt ohne Krieg, für eine friedlichere Welt“, sagte Steinmeier. Japan habe Hiroshima „nicht ohne Bedacht“ als Tagungsort gewählt. Es sei ein „notwendiges Treffen an einem wirklich historischen Ort“.

Auf der Tagesordnung der G-7-Minister stehen die Lage in Syrien, Libyen, der Ukraine und Nordkorea. Der Umgang mit dem atomar aufgerüsteten Nordkorea ist den japanischen Gastgebern ein besonderes Anliegen. Der japanische Außenminister Fumio Kishida wollte seine G-7-Kollegen für eine „Erklärung von Hiroshima“ gewinnen, die sich für nukleare Abrüstung einsetzen soll. „Wir wollen eine Welt ohne Atomwaffen erreichen“, sagte Kishida.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Am Montag sollen die Minister einschließlich Kerry den Hiroshima-Friedenspark besuchen, wo der Opfer des Angriffs gedacht wird. Barack Obama könnte kommenden Monat während des G-7-Gipfels der erste amtierende US-Präsident werden, der Hiroshima besucht. Der Gipfel selbst findet am 26. und 27. Mai in der Region Ise-Shima zwischen Tokio und Osaka statt. (APA/AFP)


Kommentieren


Schlagworte