Wieder schwere Gefechte in Ostukraine - OSZE-Beobachter beschossen

Kiew/Donezk (APA/dpa) - In der Ostukraine liefern sich die ukrainische Armee und prorussische Separatisten schwere Gefechte nördlich der Gro...

Kiew/Donezk (APA/dpa) - In der Ostukraine liefern sich die ukrainische Armee und prorussische Separatisten schwere Gefechte nördlich der Großstadt Donezk. Von Freitag bis Sonntag seien dort acht Soldaten durch Beschuss verwundet worden, teilte das ukrainische Militär mit. Eine Pensionistin wurde auf ihrem Grundstück durch Beschuss tödlich verletzt. Die Europäische Union und die OSZE äußerten sich sehr besorgt.

Die Separatisten versuchten, ein Industrieviertel am Rand der Stadt Awdijiwka zu erobern, hieß es vonseiten der Armee. „Das ist derzeit der gefährlichste Ort.“ Die Separatisten listeten ihrerseits zahlreiche Angriffe des ukrainischen Militärs auf. Dabei sei ein Kämpfer getötet, zwei Zivilistinnen seien verletzt worden, sagte der Donezker Militärsprecher Eduard Bassurin.

Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa verzeichneten an Frontabschnitten um Donezk Hunderte Explosionen und Gewehrfeuer. Zum zweiten Mal in einer Woche gerieten die OSZE-Beobachter selber unter Beschuss. Wie die Mission in Kiew mitteilte, ereignete sich der Vorfall bei dem Ort Saizewe auf ukrainisch kontrolliertem Gebiet. Demnach hörte die Patrouille Samstagmittag den Einschlag einer Mörsergranate in 100 bis 200 Meter Entfernung. Dann flogen drei oder vier Gewehrkugeln über die Beobachter hinweg. Niemand sei verletzt worden. Schon am Donnerstag waren OSZE-Beobachter beschossen worden.

Sie sollen eigentlich überwachen, ob die von Russland unterstützten Separatisten und die Armee sich an einen seit September geltenden Waffenstillstand halten und schwere Waffen abziehen. In den letzten Wochen haben sich die Kämpfe aber wieder verschärft. Der März war mit über 20 getöteten ukrainischen Soldaten und vielen Toten aufseiten der Separatisten der blutigste Monat seit September. Bilder der Kämpfe um Awdijiwka zeigten bei den Separatisten auch Panzer, die eigentlich abgezogen sein müssten.

„Die deutliche Zunahme von Verstößen gegen die Waffenruhe in der Region Donezk bedeutet die schlimmste Gewalt, seit beide Seiten 2015 den Waffenstillstand vereinbart haben“, ließ die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini in Brüssel mitteilen. Der Sonderbeauftragte für den deutschen OSZE-Vorsitz, Gernot Erler, nannte die Gefechte und die Präsenz schwerer Waffen im Konfliktgebiet beunruhigend.

~ WEB http://www.osce.org/ ~ APA213 2016-04-10/16:34


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