Stromrechnung ist Geschichte: Ein Gebäude wird autark

Holzbau Saurer errichtet in Lechaschau ein zu 100 Prozent energieautarkes Gewerbeobjekt. Externe Energiekosten fallen künftig keine mehr an.

Der 25.000-Liter-Wasserspeicher wird in das Lechaschauer Gewerbeprojekt eingehoben.
© Helmut Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

Lechaschau –„Was hier gerade gebaut wird, erfüllt die Energiestandards des Jahres 2050.“ Professor Timo Leuke­feld, Energiebotschafter der deutschen Bundesregierung, war extra von Dresden nach Lechaschau gekommen, um das Einheben eines 25.000-Liter-Wasserpufferspeichers mitzuverfolgen. In der Außerferner Gemeinde wird von Holzbau Saurer gerade ein Firmengebäude errichtet, das es in dieser Konsequenz in Österreich noch nicht gibt. Der lokale Energieversorger wird jedenfalls keine Rechnung mehr schicken können. Alle Energie wird im Haus, besser zu fast 100 Prozent am Hausdach, generiert. Die Speichertechnik ist inzwischen so weit ausgereift, dass nun von „außen“ kein Strom mehr bezogen werden muss. Heizung, Licht, Strom – in allem ist der künftige Mieter, die Firma Aromapflege GmbH, bald Selbstversorger. Sogar der Strom für das Firmenelektroauto kann an der Haustankstelle des Unternehmens „umsonst“ bezogen werden. Die Sonne wird keine Rechnung schicken, die Reuttener E-Werke auch keine mehr.

Die Sonnenenergie kann in einem riesigen 25.000-Liter-Wärmetank im Haus gepuffert werden. Drei Säulen tragen das Konzept der Außerferner Holzbauer: Der Strombedarf wird über die Gebäudehülle und vieles mehr stark minimiert; eine thermische Solaranlage erzeugt Energie durch die Sonne und ein riesiger Wärmespeicher sowie modernste Batterien kommen zum Einsatz. Einzig ein umweltfreundlicher Rapsölgenerator ist als letzte Sicherheit vorgesehen, sollte sich die Sonne einmal über Gebühr lange nicht zeigen wollen. Die eingesetzte Technik sei ausgereift und keineswegs revolutionär, aber wohl noch nie so konsequent zusammengeführt worden; die Bedienung ist für künftige Nutzer auf Lowtech-Basis zu handhaben.

Die Gesamtkosten liegen nur noch fünf Prozent höher als bei „normale­n“ Bauten – Tendenz fallen­d. Als Bauherr tritt Hendri­k Wentzler in Erscheinung, die Mieterin ist Evelyn Deutsch-Grasl mit der Aromapflege GmbH.


Kommentieren


Schlagworte