Zehn Kinderkrippen stehen auf dem Plan der Stadt
Innsbruck will die Kleinstkinderbetreuung ausbauen. Dafür werden ab dem Kindergartenjahr 2016/17 die alterserweiterten Gruppen aufgelassen.
Von Manfred Mitterwachauer
Innsbruck –Bereits vor rund einem Jahr hatte sich der Innsbrucker Stadtsenat darauf geeinigt, dass die Gemeinde künftig auch Kinderkrippen führen soll. Nicht ohne Druck. War doch in den Monaten zuvor die öffentliche Kritik immer lauter geworden, dass die Stadt bis dato über keine einzige öffentliche Kinderkrippe verfügt. Die Nachfrage müssen derzeit die rund 30 privaten Kinderkrippen decken. Lediglich alterserweiterte Gruppen wurden in städtischen Kindergärten eingerichtet.
War im Jahre 2015 noch die Rede von drei, so sind es jetzt plötzlich zehn Kinderkrippen, welche künftig unter städtischer Flagge eingerichtet und durch die Innsbrucker Sozialen Dienste (ISD) betrieben werden sollen.
Die Planungen für fünf Krippen seien schon weit gediehen, wie der zuständige Stadtrat Ernst Pechlaner (SPÖ) bestätigt. So will die Stadt die private Kinderkrippe „AT Pünktchen“ in der Heiliggeiststraße ab Herbst übernehmen. Im Kindergarten (Kiga) Hötting soll ebenso ab Herbst eine eingerichtet werden, während jene im Kiga Peergründe erst „nach Bedarf“ eingerichtet werden soll. Die ehemalige Mutterberatungsstelle Siegmairstraße soll erst mit 1. Jänner 2017 zu einer Kinderkrippe umfunktioniert werden. In den Räumen der einstigen Kinderkrippe Emil (Kajetan-Sweth-Straße) ist ebenfalls eine städtische Krippe geplant.
Noch offen sind fünf weitere Standorte. Hier handelt es sich um den städtischen Kiga Hötting-West, die Volksschule St. Nikolaus, den Prämonstratenserweg 5, die Bienerstraße 10 und auch die Ampfererstraße (Letzterer in Kooperation mit der Firma MED-EL). Hier seien noch Verhandlungen bzw. nähere Prüfungen notwendig, sagt Pechlaner.
In Summe sollen in den städtischen Krippen an die 100 Kinder unter drei Jahren betreut werden. Teils lägen die erforderlichen Genehmigungen seitens des Landes vor, heißt es. Während die Errichtungs- und Einrichtungskosten großteils vom Land abgedeckt werden könnten (15a-Vereinbarung), so sollen die zu erwartenden betrieblichen Abgänge zuerst via ISD, ab 2017 dann über das Budget der Stadt abgewickelt werden. Die Gesamthöhe der Aufwendungen kann Pechlaner noch nicht beziffern.
Baut die Stadt die Krippen aus, sind die bisherigen vier alterserweiterten Gruppen mit Ende des Kiga-Jahres 2016/17 Geschichte, bestätigt Pechlaner: „Ja, die werden dann eingestellt.“ Unangetastet bleiben sollen indes die erst unlängst erhöhten Subventionen für private Kinderkrippen.