Vorstandsgagen werden geheim gehalten
Eine Geheimhaltungsklausel in der bäuerlicher Genossenschaft Maschinenring sorgt für zusätzlichen Zündstoff.
Innsbruck –Der Druck auf die Maschinenringführung wird immer größer: Bekanntlich ist der bäuerliche Dienstleister in eine Gagenaffäre geschlittert. Im Mittelpunkt stehen dabei die Aufwandsentschädigungen für den Österreich-Obmann und Aufsichtsratsvorsitzenden der Maschinenring Personal und Service eGen (MRPS) Hans Peter Werderitsch sowie das Gehalt von Geschäftsführer Mathias Thaler, der auch Vorstandschef der MRPS ist. Er soll jährlich rund 300.000 Euro erhalten. Vor allem die Geheimniskrämerei des Aufsichtsrats sorgt für Unmut. Doch diese ist sogar in den Bilanzen festgeschrieben, wie der zuletzt einsehbare Jahresabschluss aus dem Jahr 2014 zeigt: Die Angabe der Bezüge und Vergütungen an aktive Mitglieder des Vorstandes wurde mit Verweis auf die Schutzklausel des § 241 Abs. 4 UGB (mittlerweile § 242) unterlassen. Dabei geht es sinngemäß darum, dass in den Jahresabschlüssen die Aufschlüsselung der Bezüge der Vorstandsmitglieder unterbleiben kann, wenn es weniger als drei Personen betrifft. Der Vorstand der MRPS besteht allerdings aus drei Personen. Insgesamt sind 2014 zudem die Aufsichtsratsgagen im Vergleich zu 2009 deutlich gestiegen.
Weil es sich bei den neun Aufsichtsräten um hochrangige Funktionäre der Landwirtschaftskammern und des ÖVP-Bauernbunds handelt, gibt es jetzt auch massive interne Debatten. Tirols Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger hofft auf eine Klärung durch eine bereits intern angeordnete Prüfung. „Sollten sich diese Zahlen bewahrheiten, dann braucht es unbedingt einen Neubeginn.“ Angesichts des schwierigen Umfelds, in dem sich die Bauern derzeit befänden, seien diese Bezüge nicht zu rechtfertigen. „Es benötigt volle Transparenz und künftig einen Ehrenkodex, sonst entsteht ein irreparabler Schaden.“
Nicht nur dass die Maschinenringobleute von Osttirol, Kitzbühel und Kufstein offen den Rücktritt der Bundesführung und Neuwahlen verlangen, könnte die Debatte auch inhaltlich auf Tirol überschwappen. Denn schon in den vergangenen Jahren gab es Diskussionen über die Doppelfunktion des Schwazer Maschinenringgeschäftsführers Hubert Hotter. Er ist dort Angestellter, in der österreichischen Maschinenring Personal und Service eGen fungiert er jedoch als Mitglied des Dreiervorstands. Der Umsatz der MRPS betrug im Jahr 2014 rund 77,2 Millionen Euro.
Und letztlich knistert es im Gebälk, wie es mit der MRPS als Genossenschaft überhaupt weitergeht. (pn, mas)