Frostiges Jahr für die Stanzer Zwetschke

Die Frostnächte im April haben auch der Stanzer Zwetschke massiven Schaden zugefügt. 80 bis 100 Prozent der Ernte sind kaputt.

© genussregion Stanz

Von Matthias Reichle

Stanz –„Ich habe meine Ernte quasi schon eingefahren“, stellt der Stanzer Brenner Christoph Kössler nach dem verheerenden Frost im April bitter fest. „Einzelne Früchte sind hängen geblieben, im Großen und Ganzen ist aber alles hin“, erklärt er. Der April ist seinem Ruf, wettertechnisch unberechenbar zu sein, heuer wieder voll gerecht geworden – die Tiroler Tageszeitung hat berichtet.

In ganz Österreich hat die Landwirtschaft erhebliche Einbußen erlitten – stark betroffen waren auch die Obstbaugebiete im Obergricht und rund um Landeck.

Der Koordinator der Genussregion Stanzer Zwetschke, Stefan Nothdurfter, rechnet derzeit mit Ernteausfällen von 80 bis 100 Prozent. Auch er selbst – der größte Zwetschkenbauer des Ortes – ist massiv betroffen. In Stanz gedeihen rund drei Viertel der Früchte, die unter der Marke Stanzer Zwetschke verkauft und verarbeitet werden, der Rest ist auf Pians und Grins verteilt. Die Kälte habe in allen drei Gemeinden flächendeckend massiv zugeschlagen. Anders als 2014, als vor allem Stanz betroffen war, kann man den Ausfall heuer nicht mehr kompensieren. „Es schaut nicht gut aus.“ Einzelne Bauern verzeichnen Totalausfälle. „Düster“ sei das, betont Nothdurfter. Er spricht von einem Ereignis, das man seit Jahrzehnten so nicht mehr erleben musste.

Im April habe es sechs Frostnächte gegeben. Bis auf minus 4,5 Grad sei das Thermometer da gefallen, so Nothdurfter. Was den Blüten jedoch massiv geschadet habe, sei die lange Dauer des Frostes. „Es war Polarluft, die sich flächendeckend auf die Bäume gelegt hat.“ Anders als bei Temperaturabsenkungen durch „Herunterschneien“ war es bis zu 12 Stunden im wahrsten Sinn des Wortes eiskalt. Dabei gilt Stanz nicht als Frostgebiet.

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Bei Edelbrenner Kössler entsteht durch den Ernteausfall vorerst kein Engpass. „Wir haben Reserven. Das macht nicht viel aus beim Schnaps.“

Nothdurfter rechnet damit, dass der Einzelhandel bei den frischen Früchten nur noch Restmengen bekommen werde.


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