Fiesta unter Regen: Real-Spieler feierten mit 30.000 Fans

Jubelstimmung im Zentrum Madrids nach der Rückkehr der Spieler Sonntagfrüh. 70.000 Fans feierten nach dem Sieg auf dem Cibeles-Platz.

Die Real-Spieler ließen sich nach der Rückkehr von den Fans feiern.
© AFP

Madrid – Weder Müdigkeit noch Nieselregen konnten die große, weiße Fußball-Fiesta trüben: Die Profis von Real Madrid haben den Gewinn des elften Champions-League-Titels Sonntagfrüh direkt nach dem Heimflug aus Mailand mit mehr als 30.000 Fans in der spanischen Hauptstadt gefeiert.

Auf dem Cibeles-Platz im Zentrum Madrids wurde es gegen acht Uhr morgens besonders laut, als Kapitän Sergio Ramos der Statue der Königin Cibeles unter tosendem Jubel eine Vereinsfahne und einen Clubschal um den Hals legte, das Monument küsste und dann die Trophäe schwenkte.

„Campeones, Campeones, ole, ole, ole“, sangen die Fans, die zum Teil mehr als sieben Stunden auf ihre Idole gewartet hatten, immer wieder. Die Spieler um Superstar Cristiano Ronaldo trafen erst gegen halb acht Uhr früh ein. Sie waren nach dem Heimflug sofort zum Bernabeu-Stadion und von dort im offenen Bus zum Brunnen gefahren.

Einige Spieler stimmten, wie schon beim Jubel in der Kabine, auch mit den Fans die Clubhymne „Como no te voy a querer?“ („Wie soll ich dich nicht lieben?“) an. Nach Medienberichten und Polizeischätzungen hatten sich nachts mehr als 70.000 Menschen auf dem Platz versammelt. Viele Eltern mit Kindern und auch ältere Fans hätten aber nicht auf die Stars gewartet und seien irgendwann nach Hause gegangen, hieß es.

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Nach dem 5:3-(1:1,1:1,1:0)-Erfolg der Königlichen im Elfmeterschießen gegen den Stadtrivalen Atletico waren immer mehr Menschen in Madrid Richtung Cibeles-Platz geströmt, wo traditionell die Titel von Real gefeiert werden. Auch viele der rund 80.000 Fans, die den Sieg im Bernabeu auf Großleinwänden verfolgt hatten, zogen früher oder später ins Zentrum. Aber auch in anderen Stadtvierteln und in vielen anderen Regionen des Landes tanzten und sangen die Fans des Vereins auf den Straßen.

Die Party sollte am Sonntagabend unter anderem mit einem Besuch im Rathaus und einer weiteren Fahrt durch die Stadt im offenen Bus weitergehen. Die offizielle Feier war erst für den späten Sonntagabend (22.00 Uhr) im Bernabeu angesetzt. (APA/dpa)

Internationale Pressestimmen zum Champions-League-Finale:

SPANIEN:

„Marca“: „Unendliche Herrlichkeit.“

„El Pais“: „Madrid wurde zum unumstrittenen König von Europa gekrönt. Und er verlängert den Fluch von Atletico. In einem unvergesslichen, erschöpfenden und äußerst umkämpften Finale setzen sich die Weißen im Elfmeterschießen durch.“

„El Mundo“: „Ewiges Weiß. Das Madrid der tausend Leben schafft in Mailand die Undecima. Eine von niemandem aufzuholende Errungenschaft. Es gab einen Sieger, aber keinen Verlierer.“

„AS“: „Madrid ist unzerstörbar. Die Undecima wurde im Elfmeterschießen gegen ein lobenswertes Atletico erobert. Das Tor von Ramos war Abseits.“

„Mundo Deportivo“: „Höchststrafe. CR7 erzielte im Elfmeterschießen das entscheidende Tor nach einem Fehlschuss von Juanfran. Ein Atletico, das die Niederlage nicht verdient hat, wurde so hart bestraft. Der Fluch geht weiter.“

„Sport“: „Höchststrafe: Madrid hat im Elfmeterschießen die Undecima in einem der ungerechtesten Endspiele errungen. Das Tor von Sergio Ramos war Abseits. Atletico war Hauptdarsteller einer Tragödie, die im Einklang mit der schwarzen Legende des Clubs steht.“

„La Vanguardia“: „König der Seiltänzer. Die Auslosungen, ein Tor, das keines war, und die Elfmeter haben Madrid begünstigt.“

GROSSBRITANNIEN:

„The Sunday Times“: „Elf Mal. La Undecima. Und wenn Ruhm je mit Glück erlangt werden kann, ein wenig angekratzt, sogar hässlich, dann hat Real Madrid diese Grenzen im San Siro Stadion gestern ausgereizt. Durchhaltend, mit Krämpfen in den Beinen, in Mitleidenschaft gezogen von den eigenartigen Auswechslungen eines unerfahrenen Trainers, krochen sie in die Verlängerung und dann ins Elfmeterschießen: wo sie die Oberhand behielten.“

„The Guardian“: „Nur wer ein Herz aus Stein hat, würde nicht mitfühlen mit Atletico Madrid nach den Anstrengungen, die sie vor dem brutalen Showdown des Spiels gezeigt haben. Diego Simeones Mannschaft hat bewiesen, dass es möglich ist, besser zu sein, und trotzdem zu verlieren. Am Ende waren sie gebeugt, verzweifelt und geschlagen.“

„The Sun“: „Um ehrlich zu sein, Real war die bessere Mannschaft, und genau wie zwei Jahre zuvor in Lissabon sollten sie ihren Stadt-Rivalen in einem wahren Drama besiegen. Damals war es Real-Kapitän Sergio Ramos, der in letzter Minute eine Verlängerung erzwang und brutal den ersten Champions-League-Titel für Atletico vereitelte. Diesmal war es Atletico, das von den Toten auferstand und sich beinahe in den Annalen der Champions League verewigt hätte.“

DEUTSCHLAND:

„Bild am Sonntag“: „Die Schlacht der Stadtrivalen geht schon wieder an Real. Ausgerechnet Cristiano Ronaldo, 120 Minuten lang der schwächste Real-Spieler, verwandelt den letzten Elfer.“

„Tagesspiegel“: „Die Nacht von Mailand war lang und warm und brauchte schon ein Elfmeterschießen, um überhaupt zu einem Ende zu kommen. Es war ein Sieg der liederlichen Künstler über die Leidenschaft des Außenseiters.“

„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Online): „Real gewinnt das Elfmeter-Drama. Es war ein Sieg auf des Messers Schneide, nicht nur wegen des Finales im Shootout. Nachdem sich Real zunächst weder um eventuelle psychologische Nachteile nach nur einem Sieg aus den letzten zehn Vergleichen noch um die Gangart des Gegners geschert hatte, sondern einfach besser Fußball spielte, drehte Atletico mit etwas Verzögerung mächtig auf und hätte den Triumph ebenso verdient gehabt.“


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