Der Glaube an die andere Wahrheit

Alu-Hut, paranoid, wenig gebildet und naiv – so lauten Klischees über Verschwörungstheoretiker. Wo die Grenze zwischen kritischem Denken und Verschwörungstheorien liegt und warum das eindeutige Widerlegen dieser Theorien nahezu unmöglich ist. Von romantischer Verzauberung, Ersatzreligionen und der langen Geschichte der Verschwörungstheorien.

Die Verschwörung: Flugzeuge versprühen giftige Substanzen. Zu sehen seien daher nicht nur Kondensstreifen, sondern Chemtrails. Die Erklärung: Wasserdampf kondensiert durch heiße Abgase zu Tropfen, die gefrieren. Die Strefen enthalten Schwefelsäure.
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Flugzeuge versprühen giftige Chemiegemische, um entweder das Klima oder die Menschheit zu beeinflussen, Paul McCartney lebt nicht mehr, dafür aber Elvis und Michael Jackson immer noch. Verschwörungstheorien sind bunt und vielfältig. In Zeiten des Internets verbreiten sich alternative Sichtweisen rasend schnell, doch Verschwörungstheorien sind kein modernes Phänomen, wie der Historiker Claus Oberhauser (31) vom Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck erklärt: „Die wichtigste Voraussetzung für eine Verschwörungstheorie ist eine Krise von gesamtgesellschaftlichem Ausmaß — also politisch, sozial und wirtschaftlich." Bereits 1797 schrieben Augustin Barruel und John Robison und 1803 auch Johann August Starck über eine Verschwörung von französischen Philosophen, Freimaurern und den Illuminaten. Die Folge war laut der so genannten verschwörungstheoretischen Trias die Französische Revolution — für viele eine große Krise.

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