Forschungsbericht: Erreichen der Regierungsziele unwahrscheinlich

Wien (APA) - Die Erreichung der Regierungsziele im Forschungsbereich wie etwa der Vorstoß unter die „Innovation Leader“ oder das Erreichen e...

Wien (APA) - Die Erreichung der Regierungsziele im Forschungsbereich wie etwa der Vorstoß unter die „Innovation Leader“ oder das Erreichen einer Forschungsquote von 3,76 Prozent des BIP bis 2020 sind „zunehmend unwahrscheinlicher“ geworden. Das hält ein im Forschungs- und Technologiebericht 2016 veröffentlichter „Mid-term Report“ zur 2011 erstellten Forschungsstrategie fest.

Zwar seien in einigen Bereichen „wesentliche Impulse zu Veränderungen“ gesetzt worden, hält der jährlich im Auftrag der Bundesregierung erscheinende Bericht fest, der nun dem Parlament zugeleitet wurde. Viele Projekte seien aber noch nicht abgeschlossen bzw. in anderer Form als eigentlich vorgesehen realisiert worden, so das Urteil in der von Austrian Institute of Technology (AIT), Joanneum Research (JR) und Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) erstellten Studie.

Die „große Herausforderung“ zur Erreichung der angestrebten Forschungsquote von 3,76 Prozent des BIP bis 2020 (2016: voraussichtlich 3,07 Prozent) liege „insbesondere in der Steigerung der F&E-Intensität des privaten Sektors“. Viele Maßnahmen der FTI-Strategie (FTI: Forschung, Technologie, Innovation, Anm.) seien deshalb als Anreize und Unterstützung für den privaten Sektor konzipiert, um eine Steigerung der Forschung und Entwicklung im Unternehmensbereich zu erreichen. „Gelingt dies nicht oder nur in unzureichendem Ausmaß, scheint die Erreichung des Quotenziels nur sehr schwer möglich.“

Ein Beispiel für eine nur ansatzweise Umsetzung der Strategie bietet der Universitätsbereich: Als zentrales Vorhaben dort sei die Einführung eines neuen Finanzierungsmodells (Studienplatzfinanzierung, Anm.) vorgesehen gewesen, das eine Trennung der Mittel für Forschung und Lehre sowie einen Ausbau der kompetitiven Forschungsfinanzierung vorgesehen habe. Dieses sei „aufgrund budgetärer Restriktionen“ trotz Ansätzen aber „nicht gesamthaft umgesetzt“ worden. Geblieben seien Anreize zur Erhöhung der Qualität der Lehre und zur Verbesserung der Betreuungsrelationen bzw. zur Erhöhung der im Wettbewerb vergebenen Basismittel.

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Ebenfalls nicht realisiert worden sei ein Exzellenzclusterprogramm zur Förderung der Spitzenleistungen in der Grundlagenforschung, heißt es in der Analyse. Stattdessen habe man versucht, existierende Programme auszubauen.

Einen „langen Atem“ in der Forschungspolitik wird laut dem Bericht der Bereich Risikofinanzierung brauchen: „Trotz zahlreicher Initiativen und erster Erfolge, etwa im Bereich Crowdfunding, deutet sich derzeit noch keine durchgreifende Verbesserung bei der Bereitstellung von Risikokapital an.“


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