Geschäftseinbußen werden mit großer Geduld ertragen

Das verregnete Wetter verhindert seit Wochen die Fertigstellung der großen Straßenbaustelle in Reuttes Obermarkt. Die Wirtschaft leidet.

© Helmut Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

Reutte –Für die Autofahrer ist es ein kleiner Umweg; das Gekurve durch die Wohngegend etwas störend, mehr nicht. Für die Kaufleute und Wirte im Reuttener Obermarkt bringt die Umleitung hingegen starke Einbußen im Geschäftsgang – und kein Ende ist in Sicht. Seit vier Wochen ist der Obermarkt zwischen den Abzweigungen Südtiroler und Ehrenberg-Straße nur noch in eine Richtung befahrbar. Arbeiten an Gehsteigen, Straßenbegrenzungen und Baustellenfahrzeuge tun ihr Übriges, um die Lust an einem Aufenthalt in dieser Zone zu begrenzen. Viele Parkplätze sind von Baufahrzeugen belegt. Dabei sollte alles über die Bühne sein. Aber das Wetter spielt nicht mit.

„Wir brauchen drei zusammenhängende Tage ohne Niederschläge für eine Vollsperre, um die Arbeiten fertigzubringen“, sagt Wolfgang Haas, Leiter des Baubezirksamtes (BBA) Reutte. Alle anvisierten Wochenendtermine mussten wieder verworfen werden.

Die Geschäftswelt ist ,not amused‘, aber stoisch. Man könne sowieso nichts ändern, heißt es unisono. Schwarzadler-Wirt Edi Glätzle bestätigt Umsatzrückgänge, die Situation sei nicht erfreulich, „aber hier kommen noch andere Faktoren dazu. Auch das schlechte Wetter, nun die Fußball-EM.“ Das sei für Gästeströme nicht förderlich. „Alles wird gut“, zeigt er sich optimistisch.

Auf der anderen Straßenseite verkauft Monika Grässle-Jungheinrich Hüte. Auf die TT-Frage, ob auch sie unter Umsatzrückgängen zu leiden habe, lacht sie gequält: „Ja, sicher. Eine Baustelle rund ums Haus, alles aufgegraben, keine Parkplätze. Da sind Einbußen doch logisch. Aber die Arbeiten sind notwendig und werden vorübergehen.“ Ihre Hoffnung: „Tut weiter!“

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Im dm-Drogeriemarkt zeichnet Geschäftsführerin Corina Feistenauer das bekannte Bild. „Bagger vor dem Geschäft und fehlende Parkplätze. Das ist alles andere als geschäftsfördernd. Die Leute nehmen auch weniger mit, wenn sie ihren Einkauf weit zum Auto tragen müssen.“ Für Feistenauer ist die Problematik „hoffentlich bald vorbei“. Die Langmut der Kaufleute ist groß. Kaufmannschaftsobmann Christian Senn weiß noch von keiner einzigen Beschwerde: „Es sind ja alle bemüht, wir brauchen halt gutes Wetter.“

Da für das kommende Wochenende wieder Niederschläge wahrscheinlich sind, will BBA-Chef Haas nun mit der Gemeinde reden, ob eine Vollsperre auch unter der Woche vorstellbar wäre. Bauausschussobmann Robert Bader, seines Zeichens auch zuständiger Bauleiter Asphaltbau bei der Strabag, kann sich das vorstellen: „Die Leute im Obermarkt wollen nur, dass die Baustelle schnell fertig wird. Eine Sperre auch am Werktag werde hingenommen, haben sie uns signalisiert. Wir brauchen ja eigentlich nur einen einzigen trockenen Tag. Das schaffen wir.“


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