Schneelose Aussichten am Spieljoch

Der neugeplante Speicherteich wurde bei der Generalversammlung der Fügener Bergbahn einmal mehr zum Zankapfel. Einige Aktionäre sehen schwarz. Zudem wurde die Geschäftsführer-Entlastung vertagt.

© Fankhauser Eva-Maria

Von Eva-Maria Fankhauser

Fügen, Fügenberg –Trotz turbulenter Diskussionen hatte Walter Höllwarth bei der Generalversammlung der Spieljochbahn am Montagabend die Ruhe weg. Es war seine letzte Sitzung als Geschäftsführer der Fügener Bergbahn, und selbst als es zur Entlastung hätte kommen sollen und diese nicht vollzogen wurde, blieb er gefasst: „Ich habe da keine Sorgen und bin mir keiner Schuld bewusst.“

Die Entlastung des ehemaligen Geschäftsführers wurde auf Antrag der Gemeinde Fügen vertagt. „Das wäre heute nicht seriös abwickelbar. Für mich sind noch Verfahren und Entwicklungen ausständig. Ich will niemandem Fahrlässigkeit unterstellen, aber ich kann sie auch nicht ausschließen“, stellte BM Dominik Mainusch klar. Er spielte vor allem auf den geplanten Speicherteich und das anhängige Gerichtsverfahren zur Aushubdeponie in der Weika an – die TT berichtete. „Die Sache mit der Deponie muss geklärt werden, da sind 350.000 Euro Kosten offen“, sagte Mainusch. Unterstützung erhielt er von der Gemeinde Fügenberg durch GR Martin Mauracher: „Wenn dem Mehrheitseigentümer die Informationen zur Entlastung nicht ausreichen, soll sie verschoben werden.“ Othmar Schober (Vertreter der Raika): „Somit wäre es gut, die Entlastung nächstes Jahr in einem Aufwasch für eine komplette Beurteilung zu machen, dann ist auch der Speicherteich ferti­g.“

Die Fertigstellung des Speicherteiches rückte an diesem Abend nach heftigen Diskussionen zuerst in der Gesellschafterversammlung und im Anschluss auch in der Versammlung der Kommanditgesellschaft (KG) aber in weite Ferne. Zahlreiche Ungereimtheiten kamen nämlich auf den Tisch. Das größte Problem neben den zusätzlichen Kosten von etwa 2,7 Millionen Euro ist dabei der Zeitdruck. „Wenn wir Ende Juni mit dem Bau des neuen Speicherteichs anfangen, kann Mitte Oktober die Füllung erfolgen“, erklärte Höllwarth. Doch bis dato fehlt noch der Baubescheid, „der müsste jeden Tag eintreffen“. Laut BM Mainusch sei die Fertigstellung des Speicherteiches noch nicht in Stein gemeißelt, er lege seine Hand dafür nicht ins Feuer. Dass es schon wieder einen Winter ohne effektive Beschneiung geben könnt­e, sorgte vor allem bei der KG-Versammlung für Unmut. Als dann auch noch Seilbahner Heinz Schultz fragte, wie viel­e Kühltürme zur Kühlung des Wasser vorgesehen sind, laut Planung es aber keine gebe, kochte die Stimmung über.

„Ohne Kühltürme braucht man keinen Speicherteich bauen. 500.000 bis 800.000 Euro kommen dann an Baukosten dazu“, betonte Schultz und sagte weiter: „Wie wollt ihr mit etwa acht Grad warmem Wasser beschneien? Dann klappt das wieder erst im Jänner, wenn es kalt wird.“ Stimmen aus der KG wurden laut, dass eine erneute Planung zu lange dauere und man dann wieder vor grünen Pisten stehe. „Ob es nicht klüger wäre, die bestehende Technik zu erneuern, damit sie funktioniert, wenn man sie einschaltet?“, rügte Friedl Heim die letztjährige verpatzte Beschneiung. „Wozu einen Teich bauen mit Wasser, das man nicht kühlen kann?“, fragte Oliver Höllwarth. Die viele und teure Planerei wurde von manchen Anwesenden als Schildbürgertum angezweifelt. GR Mauracher brachte die brenzlige Situation auf den Punkt: „Das ist eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera.“ Für Franz Kröll steht die Spieljochbahn mit dem Rücken zur Wand und „da muss man auf Experten wie Heinz Schultz hören“. Schlussendlich einigte man sich darauf, dem Verwaltungsrat als Handlungsbudget eine mögliche Fremdleihe von 3,7 Millionen Euro zu bewilligen. „Und wer soll das wieder zahlen?“, fragte Peter Siller kopfschüttelnd.

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Zudem stand der Abend im Zeichen von Neuerungen: Betriebsleiter Manfred Larch wurde zum vorübergehenden Geschäftsführer gewählt. Auch im Aufsichtsrat gibt es bis auf die TVB-Räte Ernst Erlebach und Josef Unterlercher frischen Wind: Gemeinde Fügen (Dominik Mainusch, Roland Unterlercher und Oliver Anker), TVB (Franz Opbacher), Gemeinde Fügenberg (Martin Mauracher), Privatpersonen (Michael Kobliha, Heinz Binder, Christian Heim).


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