Legionellen machen „Lebensmittel“ Wasser zur Gefahr

Wien (APA) - Legionellen aus dem Wasserhahn fordern in Österreich jährlich mehrere Todesopfer. Allein im Jahr 2014 erkrankten 133 Menschen a...

Wien (APA) - Legionellen aus dem Wasserhahn fordern in Österreich jährlich mehrere Todesopfer. Allein im Jahr 2014 erkrankten 133 Menschen an der von diesen Bakterien hervorgerufenen Legionärskrankheit, etwa jeder zehnte Patient stirbt an den Folgen. Der überwiegende Teil dieser Erkrankungen ist aber leicht vermeidbar. Das Forum Wasserhygiene (FWH) wendet sich daher an die Bevölkerung, um zu sensibilisieren.

„Legionellen vermehren sich ab Temperaturen zwischen 40 bis 45 Grad Celsius“, beschrieb Ojan Assadian, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (ÖGKH), bei einem Medientermin am Dienstag die wichtige Voraussetzung für das Entstehen der Bakterien. Wenn sie eingeatmet werden, kann dies zur erst 1976 in den USA entdeckten Legionärskrankheit führen. Die Prävention innerhalb der eigenen vier Wände ist aber simpel, denn es reicht aus, das Wasser rund zehn Minuten laufen zu lassen, erläuterte Assadian. Zwei Wochen müssen circa vergehen, bis das Wasser zur Gefahr werden kann.

Die Legionärskrankheit zu erkennen, ist laut dem Experten eine „diagnostische Herausforderung“. Ihre schweren Ausformungen treten bei einem geschwächten Immunsystem etwa durch chronische Herz- oder Lungenerkrankungen auf und benötigen hohe Keimzahlen. Jedoch kann die kann das Bakterium Legionella pneumophilia auch das sogenannte Pontiac-Fieber hervorrufen. Hier äußern sich die Symptome ähnlich wie bei einem grippalen Effekt. Daher wird auch in diesem Fall der tatsächliche Auslöser oft nicht erkannt und die Erkrankung oft als Sommergrippe abgetan, sagte Assadian.

Herbert Wimberger, FWH-Präsident, machte darauf aufmerksam, dass es sich bei Wasser um ein Lebensmittel handelt: „Wasser ist verderblich, seine Verpackung sind die Rohre und seine Lagerzeit ist nicht erkennbar.“ Damit dieses Lebensmittel nicht zur Gefahr wird, sollte man zudem überprüfen, ob das Kaltwasser nach 30 Sekunden nicht wärmer als 20 Grad Celsius wird und das Warmwasser im gleichen Zeitraum mindestens 55 Grad erreicht. Für wenig benutzte Wasserhähne gilt es, diese regelmäßig aufzudrehen, denn „wenn Wasser steht, muss es verworfen werden.“

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Wolfgang Zerobin, Abteilungsleiter der Wiener Wasserwerke, wies darauf hin, dass übertriebene Prävention nicht immer angebracht ist. „Filteranlagen sind mit Vorsicht zu genießen, denn abhängig von der Maschenweite sind diese auch dazu geeignet, Mikroorganismen zu züchten.“ Und auch wenn Zerobin im Rahmen der FWH auf „hausgemachte Trinkwasser-Probleme“ aufmerksam machen will, ist hier nicht die einzige Quelle auszumachen, denn die Kette ginge zu zwei Drittel auch auf Kühltürme zurück.

(S E R V I C E - http://www.forum-wasserhygiene.at)


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