Unruhen bei Protesten gegen Arbeitsmarktreform in Paris

Paris (APA/Reuters) - In Paris ist es am Rande einer Demonstration gegen die geplante Arbeitsmarktreform der Regierung zu Krawallen gekommen...

Paris (APA/Reuters) - In Paris ist es am Rande einer Demonstration gegen die geplante Arbeitsmarktreform der Regierung zu Krawallen gekommen. Gruppen maskierter Jugendlicher schlugen Fenster ein und bewarfen Polizisten mit Steinen. Diese setzten Tränengas und Wasserwerfer ein. Zum Protest, an dem sich nach Angabe der Organisatoren eine Million Franzosen beteiligte, hatte unter anderem die Gewerkschaft CGT aufgerufen.

Ob eine bestimmte Gruppe hinter den Krawallen steckte, war zunächst nicht klar. In Paris kam es nach Angaben der Tageszeitung „Le Monde“ zu insgesamt 16 Festnahmen. 20 Polizisten und sechs Demonstranten wurden demnach verletzt.

Polizei und Regierung hatten im Vorfeld gewarnt, es gebe gewaltbereite Jugendliche, die die Proteste missbrauchen wollten. Nach Auseinandersetzungen bei früheren Demos habe die Polizei vorsorglich 130 potenziellen Gewalttätern den Zutritt zum Innenstadtbereich verboten, sagte Polizeipräfekt Michel Cadot. Die Polizei in Paris ist angesichts der Anschlagsgefahr während der Fußball-Europameisterschaft ohnehin in höchster Alarmbereitschaft.

Etwa 700 Busse brachten Demonstranten aus ganz Frankreich in die Hauptstadt. „Der Kampf ist noch lange nicht vorbei“, sagte CGT-Chef Philippe Martinez. Der Eiffelturm musste schließen, da sich die Mitarbeiter des größten Besuchermagneten des Landes den Demonstranten anschlossen. Parallel streikten erneut auch Mitarbeiter der Staatsbahn SNCF. Allerdings gab es deutlich weniger Zugausfälle als bei einem Streik vor zwei Wochen. Zeitgleiche Proteste von Taxifahrern behinderten zudem den Verkehr im Westen der Stadt. Sie wehren sich gegen neue Konkurrenz durch unregulierte Wettbewerber.

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Trotz der seit Wochen anhaltenden Proteste beharrt die sozialdemokratische Regierung von Präsident Francois Hollande auf den Reformen zur Liberalisierung des Arbeitsmarktes. Sie sehen vor, betriebsbedingte Kündigungen zu erleichtern und so die Hürde für Neueinstellungen zu senken, um die hohe Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen. Auch die 35-Stunden-Woche soll gelockert werden.

Die nach europäischen Standards berechnete Arbeitslosenquote in Frankreich ist mit zehn Prozent fast doppelt so hoch wie in Österreich. Fast jeder vierte junge Franzose hat keinen Job. Meinungsumfragen zufolge sind etwa 80 Prozent gegen die Arbeitsmarktreform. Eine Mehrheit findet aber auch die Proteste nicht in Ordnung.


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