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Warum die Lebenshilfe „unter die Leute gehen“ will

Die Lebenshilfe Region Innsbruck-Land Ost feiert ihren „Vierziger“ – und setzt auf neue, inklusive Wege in den Bereichen Wohnen und Arbeit.

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1976 rief Ellen Mayr-Vons die erste Förderstätte für Kinder mit Autismus ins Leben, um ihren Sohn Robert bestmöglich zu unterstützen. Sie steht bis heute der Lebenshilfe Region Innsbruck-Land Ost vor.
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Von Michael Domanig

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Absam – Eine der ersten – und bis heute aktivsten – Regionen der Tiroler Lebenshilfe, die Region Innsbruck-Land Ost, feiert heute ihr 40-jähriges Bestehen. Beim Festakt im Absamer Kirchenwirt, moderiert von Markus Linder und Gail Anderson, wird Toni Innauer über Menschen mit besonderen Talenten referieren, auch Eltern, Mitarbeiter und Klienten kommen zu Wort. Dabei gehe es „weniger um institutionelles Schulterklopfen, sondern darum, zu zeigen, wo die Lebenshilfe heute steht“, meint Lebenshilfe-Geschäftsführer Georg Willeit.

Innerhalb der Lebenshilfe sei Innsbruck-Land Ost „immer eine treibende Region gewesen“, sagt Willeit. Um ihren Sohn Robert optimal zu unterstützen, rief Ellen Mayr-Vons 1976 die erste Förderstätte für Kinder mit Autismus ins Leben – sie ist bis heute Obfrau der Lebenshilfe in der Region. In Absam gründeten aktive Mitarbeiter und ehrenamtliche Vereinsfunktionäre den ersten Integrations-Kindergarten des Landes, auch Wohnhäuser und Werkstätten entstanden.

Und auch jetzt sei die Region „wieder vorneweg“, berichtet Willeit: Im Juli beziehen die ersten Menschen mit Behinderung neuen Wohnraum im Haller Stadtteil Untere Lend. Im regulären öffentlichen Wohnbau entstehen WGs für insgesamt acht Menschen, „zwar mit Begleitung, aber selbstbestimmt und mitten im Leben, Tür an Tür mit Otto und Anna Normalverbraucher“, wie Willeit betont. „Alle Seiten sollen sehen, dass es ganz normal ist, neben und mit Menschen mit Behinderung zu leben.“ Dieses Konzept des „verteilten Wohnens“ sei „zeitgemäß und richtungweisend“, in den kommenden drei bis vier Jahren werde es an einer Reihe von Tiroler Standorten realisiert.

Auch im Bereich Arbeit wolle man „unter die Leute gehen“, so Willeit. Im Sommer siedelt sich die Lebenshilfe im Gewerbepark Mils an, also „bewusst dort, wo Unternehmen sind“. Die räumliche Nähe soll den Zugang zu anderen Betrieben erleichtern und „im Idealfall zu Beschäftigungsverhältnissen führen“.

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In Absam, wo anstelle der Lebenshilfe-Werkstätte „Articus“ an der Dörferstraße ein neues Mehrzweckgebäude entsteht, wird die Lebenshilfe ebenfalls wieder einziehen – in Kooperation mit der Marien-Apotheke.

Übergeordnetes Ziel der Lebenshilfe sei, dass die Klienten „eigene Lebensentwürfe und -chancen so gut wie möglich wahrnehmen können“, bilanziert Willeit. Dazu setze man nun eben verstärkt auf selbstbestimmtes Wohnen und inklusive Arbeit, „idealerweise außerhalb der Lebenshilfe. Wir wollen, außer für die Menschen, die wir begleiten, quasi unsichtbar werden.“


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