Ermittlungen nach Tod von steirischer Pflegeheimbewohnerin

Graz (APA) - Nach dem Tod einer Pflegeheimbewohnerin der Steiermark hat die Staatsanwaltschaft Graz Ermittlungen wegen des Verdachts der Ver...

Graz (APA) - Nach dem Tod einer Pflegeheimbewohnerin der Steiermark hat die Staatsanwaltschaft Graz Ermittlungen wegen des Verdachts der Vernachlässigung eingeleitet. Angehörige hatten angezeigt, dass sich die 91-Jährige vor ihrem Tod wundgegelegen hatte und das Heim die offenen Stellen zu wenig versorgt habe. Die Obduktion brachte aber keine Hinweise auf Vernachlässigung.

Hansjörg Bacher von der Staatsanwaltschaft Graz bestätigte einen Bericht der „Kronen Zeitung“ (Mittwoch-Ausgabe), wonach die betagte Frau vergangene Woche gestorben war. Die Familie der 91-Jährigen erhob Vorwürfe gegen das Pflegeheim, da ein „Dekubitus“, ein Druckbrandgeschwür, am Gesäß der Pensionistin vor ihrem Ableben immer schlimmer geworden sei. Das vorläufige mündliche Obduktionsergebnis der Gerichtsmedizin entkräftet aber die Vorwürfe: „Es gibt keinerlei Hinweise auf Fremdverschulden und zwischen dem Geschwür und dem Tod besteht auch keine Kausalität“, sagte Bacher.

Gestorben ist die Pflegeheimbewohnerin an einem natürlichen Herztod. Der allgemeine Pflegezustand der Frau sei laut Gerichtsmedizin - bis auf das Geschwür - sehr gut gewesen. Von einer Vernachlässigung sei daher nach Einschätzung der Gerichtsmedizin nicht auszugehen. Erhebungen der Polizei haben laut Bacher ergeben, dass sich die 91-Jährige gegen das Umlagern, das bei Patienten mit solchen Geschwüren notwendig ist, gewehrt hatte. Der Staatsanwalt betonte die exzellente Dokumentation der Pflege inklusive Fotos und Aufzeichnungen zur Flüssigkeitszufuhr. Sollten beim schriftlichen Gutachten der Gerichtsmedizin keine Fragen mehr offen bleiben, könnte das Verfahren eingestellt werden. Die Leiche der Frau wurde bereits zur Bestattung freigegeben.

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