Von der Schule in die Praxis

An der Fachschule für wirtschaftliche Berufe in Kufstein gibt es seit heuer in der 1. Klasse eine Praktikumswoche.

© Michael Mader

Von Michael Mader

Kufstein –An der dreijährigen Fachschule für wirtschaftliche Berufe (FW) in Kufstein wird zwar auf praktische Übungen sehr viel Wert gelegt, eine Berufspraxis gab es bislang aber nicht.

Gerade das ist Direktor Markus Höfle aber sehr wichtig, weshalb er zusammen mit Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Peter Wachter Wege suchte, um die Schülerinnen und Schüler möglichst früh an das Berufsleben anzubinden. „Junge Leute ab der 1. Klasse brauchen mehr Praxisübung. Für sie entscheidet sich meist, ob sie weiter in die Schule gehen oder gleich ins Wirtschaftsleben wechseln wollen“, erklärt Höfle. So entstand die so genannte Berufspraxiswoche in der letzten Woche des Wintersemesters. „Ein einzigartiges Projekt, das es so in ganz Österreich nicht gibt“, ergänzt Höfle. In diesem Schuljahr erstmals neu ist allerdings ein achtwöchiges Pflichtpraktikum in der 2. Klasse.

Aber auch der Wirtschaftskammer war dieses Praktikum in der ersten Klasse ein Anliegen, wie Manfred Hautz von der Wirtschaftskammer erklärt. Gerade im Tourismus gebe es einen Fachkräftemangel.

Insgesamt haben heuer 21 Schüler der FW dieses Praktikum absolviert, für das es laut Hautz auch eine kollektivvertraglich geregelte Entschädigung gab. Seitens der Wirtschaftskammer hätten sich etliche Betriebe aus dem Bereich der Gastronomie gemeldet, die Teilnehmer konnten sich „ihren“ Betrieb aber auch selbst aussuchen.

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Ihre Erlebnisse und auch das Feedback der Betriebe werden an einer Pinnwand in der Schule ausgestellt. Die Rückmeldungen waren auf beiden Seiten durchaus positiv. Das berichtet auch die 15-jährige Laura Wilson, die in einem Reisebüro mitarbeitete: „Ich hatte viel Kontakt mit Kunden und durfte sogar an einer USA-Präsentation mitarbeiten.“

Das freut auch die Projektverantwortlichen Manfred Fürst und Barbara Wachter. „Im Reisebüro waren sie so zufrieden, dass sie Laura sogar anrufen werden, wenn einmal Not am Mann ist“, weiß Fürst. Und auch Wachter ist überrascht, dass die Schüler als vollwertige Arbeitskräfte eingesetzt wurden. Mit ein Grund, warum das Projekt fortgesetzt werden soll.


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