Inflation: Mieten steigen, auch Hotels und Wirtshäuser teurer

Der wöchentliche Einkauf mit Essen und Sprit war hingegen im Mai 2016 billiger als im Vorjahresmonat.

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Brüssel, Luxemburg – Die Wohnungsmieten steigen weiter. Im Mai waren sie stark mitverantwortlich für den Anstieg der österreichischen Inflationsrate auf 0,6 Prozent (April: +0,5 Prozent). Auch Restaurants und Hotels haben sich im Jahresvergleich merklich verteuert - ohne sie wären die Verbraucherpreise nur halb so hoch gestiegen, teilte die Statistik Austria am Donnerstag mit.

Eine Übernachtung mit Frühstück in einem Vier- oder Fünfsternhotel verteuerte sich im Mai im Jahresvergleich um ganze 7,3 Prozent. Im Schnitt kosteten Beherbergungsdienstleistungen um 4,4 Prozent mehr, die Preise für Bewirtungsdienstleistungen stiegen um 2,9 Prozent. Die Ausgabengruppe „Restaurants und Hotels“ erwies sich im Mai dadurch als Hauptpreistreiber (plus 3,2 Prozent).

Weiter im Aufwind waren auch Wohnungsmieten, sie erhöhten sich im Mai mit plus 2,9 Prozent stärker als im April (plus 2,7 Prozent). Die Betriebskosten für Mietwohnungen zogen um 2,1 Prozent an, die Instandhaltungskosten von Wohnungen insgesamt um 1 Prozent.

Haushaltsenergie wurde hingegen billiger ( minus 3,2 Prozent), wobei vor allem die Heizölpreise absackten (minus 20,6 Prozent; April: -24,2 Prozent). Gas (minus 2,4 Prozent) und Fernwärme (minus 1,3 Prozent) waren günstiger, Strom (plus 1,1 Prozent) und feste Brennstoffe (plus 0,3 Prozent) hingegen etwas teurer.

Im Verkehrsbereich (minus 2,9 Prozent) wirkten erneut Treibstoffe als Hauptpreisdämpfer (minus 11,8 Prozent). Im April hatte Sprit um 13,5 Prozent weniger gekostet als im Vorjahresmonat. Autoreparaturen wurden dagegen im Mai um 3,8 Prozent teurer.

In den Keller gerasselt sind die Handypreise (minus 49,4 Prozent) - dies, weil einige Aktivierungsentgelte weggefallen sind, erklärten die Statistiker. Andere herausragende Preisänderungen im Jahresvergleich: Zigaretten wurden um 1,7 Prozent teurer, Flugpauschalreisen um 2,5 Prozent.

Im Monatsvergleich sah die Situation anders aus: Hier waren Diesel (plus 4,4 Prozent), Superbenzin (plus 3,8 Prozent) und Heizöl (plus 8,4 Prozent) Hauptpreistreiber. Städteflüge verteuerten sich von April auf Mai 2016 gar um 21,2 Prozent. Insgesamt stieg der Verbraucherpreisindex (VPI) von April auf Mai um 0,3 Prozent.

Recht wenig verändert haben sich - im Jahresvergleich - die Ausgaben für Essen und Trinken. Die Ausgabengruppe „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ war mit plus 0,1 Prozent nahezu preisstabil. Fleisch verteuerte sich um 1,1 Prozent, Brot um 0,9 Prozent. Dafür kosteten Milch, Käse und Eier um 3 Prozent weniger. Alkoholfreie Getränke waren mit plus 0,4 Prozent etwas teurer.

Der wöchentliche Einkauf war weiter deflationär. Der sogenannte Miniwarenkorb, der neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, verbilligte sich im Jahresabstand um 1,9 Prozent (April: minus 1,8 Prozent). Der tägliche Einkauf - das sind überwiegend Lebensmittel - war hingegen um 0,8 Prozent teurer (April: plus 1,4 Prozent).

Preisverfall in Eurozone im Mai abgeschwächt

Der auf EU-Ebene harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) war im Mai mit plus 0,6 Prozent gleich hoch wie der VPI. Die EU-Statistiker gewichten die Posten anders, weswegen es oft Unterschiede gibt.

Der Preisverfall in der Eurozone hat sich im Mai in der Eurozone etwas abgeschwächt. Die jährliche Inflationsrate stieg auf minus 0,1 Prozent gegenüber minus 0,2 Prozent im April. Österreich verzeichnete mit 0,6 Prozent die vierthöchste Teuerungsrate in der EU, wie Eurostat am Donnerstag mitteilte.

Die Inflationsrate in der EU lag im Mai ebenfalls bei minus 0,1 Prozent, gegenüber plus 0,2 Prozent im April.

Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Rumänien (minus 3,0 Prozent), Bulgarien (minus 2,5 Prozent) und Zypern (minus 1,9 Prozent) gemessen. Die höchsten jährlichen Raten wurden in Belgien (1,6 Prozent) Malta (1,0 Prozent) und Schweden (0,8 Prozent) verzeichnet.

Stärkste Preistreiber waren die Bereiche Restaurants und Cafés (plus 0,12 Prozentpunkte) sowie Mieten und Tabak (je plus 0,07 Punkte), während Kraftstoffe für Verkehrsmittel (0,53 Punkte), Flüssige Brennstoffe (minus 0,2 Punkte) und Gas (minus 0,13 Punkte) am stärksten die Preise senkten. APA)


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