Fußball-EM: Schöpf in bevorzugter Rolle möglicher Junuzovic-Ersatz

Mallemort (APA) - Alessandro Schöpf hat sich in den vergangenen Monaten als echte Alternative im österreichischen Fußball-Nationalteam etabl...

Mallemort (APA) - Alessandro Schöpf hat sich in den vergangenen Monaten als echte Alternative im österreichischen Fußball-Nationalteam etabliert. Im zweiten EM-Spiel am Samstag (21.00 Uhr/live ORF eins) in Paris gegen Portugal steht der vielseitige Mittelfeldspieler von Schalke 04 als möglicher Ersatzmann für den verletzten Zlatko Junuzovic bereit.

Dessen Zehner-Position sei eigentlich seine Lieblingsposition, erklärte der Tiroler am Donnerstag in einer Pressekonferenz im ÖFB-Teamcamp in Mallemort. „Ich persönlich fühle mich hinter den Spitzen am wohlsten“, sagte Schöpf. Bei Schalke kommt der 22-Jährige zumeist auf dem rechten Flügel zum Einsatz. Seine bisherigen vier Länderspiele absolvierte er hauptsächlich in einer etwas defensiveren, zentralen Mittelfeldrolle.

Zum EM-Start gegen Ungarn (0:2) wurde Schöpf im Finish für Martin Harnik eingewechselt. Sein bisher einziges Länderspiel-Tor hatte er im Test gegen Malta (2:1) Ende Mai erzielt - aus einer hinter Junuzovic angesiedelten Position. „Wo ich spiele, ist eigentlich egal“, betonte Schöpf. „Ich will einfach der Mannschaft helfen.“

Junuzovic dürfte mit dem Teilriss eines Außenbandes im Sprunggelenk für die restliche Gruppenphase ausfallen. Teamchef Marcel Koller hat mehrere Optionen, ihn zu ersetzen. Gegen Ungarn brachte er nach dessen Ausfall Leipzig-Angreifer Marcel Sabitzer - und erst danach Schöpf. Eine weitere Alternative ist es, Stefan Ilsanker im defensiven Mittelfeld neben Julian Baumgartlinger einzusetzen und Topstar David Alaba auf die Zehner-Position vorzuziehen.

„Der Teamchef wird sicher die richtige Entscheidung treffen“, meinte Schöpf. Er selbst will seine Stärken ausspielen. Wie Junuzovic hat der Tiroler, der im Bayern-Nachwuchs groß geworden ist, im Nationalteam bereits technische Qualitäten und Laufbereitschaft bewiesen. Von einigen Medien bereits als möglicher künftiger Nachfolger für den ÖFB-Regisseur betrachtet zu werden, ehrt ihn. „Von ihm kann ich auch noch viel lernen“, betonte Schöpf.

In der Nationalmannschaft hat sich Schöpf in kurzer Zeit eingefügt. Dem langjährige U21-Nationalspieler (19 Spiele, 8 Tore) gelang als einzigem Akteur erst im EM-Jahr der Sprung ins A-Team. Koller holte ihn erstmals im März für die Tests gegen Albanien (2:1) und die Türkei (1:2). „Er ist ein technisch guter Spieler, der sich gut bewegt und der gut in diese Mannschaft passt“, meinte der Schweizer nach dessen starker Vorstellung gegen Malta.

Mittlerweile scheint Schöpf im ÖFB-Mittelfeld der Mann für alle Fälle. „Ich versuche, mich immer zwischen den gegnerischen Ketten zu bewegen und dort an den Ball zu kommen“, erklärte der Senkrechtstarter sein Spiel. „Von dort gilt es, die Flügelspieler einzusetzen und, wenn möglich, selbst torgefährlich zu werden.“

Gegen Portugal erhofft sich Schöpf mehr Räume als gegen die enorm defensiv aufgetretenen Ungarn. „Das Spiel von Portugal liegt uns sicher mehr“, meinte der Ötztaler. „Die Portugiesen wollen das Spiel sicher in die eigene Hand nehmen und sich selbst Torchancen herausspielen.“ Die bisherige EM habe auch gezeigt, dass die Favoritenrolle in einem Spiel nicht immer entscheidend sei.

„Wir haben eine riesengroße Chance. Und es ist vielleicht auch unsere letzte Chance, daher müssen wir sie nützen“, erklärte Schöpf, der auch im Duell mit dem EM-Halbfinalisten von 2012 drei Punkte als Ziel ausgab. Neben Cristiano Ronaldo, dem „vielleicht besten Spieler der Welt“, hätten die Portugiesen mit Ricardo Quaresma oder Nani noch andere überragende Offensivakteure in ihren Reihen. „Wir müssen versuchen, sie aus dem Spiel zu nehmen.“

Schöpf will seinen Teil dazu beitragen. Ob er es darf, wird er wohl erst am Spieltag erfahren. „Ich habe es nicht in der eigenen Hand, ob ich spiele“, sagte der Allrounder „Wichtig ist, dass ich immer 100 Prozent gebe.“ Entscheidend seien ohnehin die Zusammenarbeit und der Erfolg des Teams. Schöpf: „Als einzelner Spieler kann man nicht glänzen, wenn die Mannschaft nicht funktioniert.“


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