Zürcher Börse schließt leichter

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt bleibt unter Druck. Grund ist die Brexit-Abstimmung der Briten in der kommenden Woche. Nach...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt bleibt unter Druck. Grund ist die Brexit-Abstimmung der Briten in der kommenden Woche. Nach dem vorsichtigen Erholungsversuch vom Mittwoch stand der Leitindex SMI am Donnerstag von Beginn an unter Druck und fiel zwischenzeitlich sogar unter die Marke von 7.600 Punkten. In der Schlussphase ließ der Abgabedruck allerdings etwas nach.

Der drohende EU-Austritt Großbritanniens und die damit verbundenen Unsicherheiten haben die Finanzmärkte jedoch fest im Griff. An den Börsen herrsche derzeit Ausverkaufsstimmung, meinte ein Händler. Besonders stark litten Zykliker darunter, während die defensiven Schwergewichte einen noch deutlicheren Rückfall verhinderten.

Der weltweite politische und konjunkturelle Ausblick sei düster und treibe die Anleger in „sichere Häfen“, so der Händler weiter. Die Suche nach Sicherheit lässt auch den Franken erstarken, wobei das Euro-Franken-Währungspaar erneut unter die Schwelle von 1,08 zurückgefallen ist. Im Vorfeld des Brexit-Referendums setzt die SNB inzwischen wie erwartet unverändert auf die geldpolitischen Pfeiler Negativzinsen und Devisenkäufe.

Bis Börsenschluss verlor der Swiss Market Index (SMI) 0,58 Prozent auf 7.634,66 Punkte. Brexit-R Damit steuert der Index weiter auf das Jahrestief bei 7.425 Punkten von Mitte Februar zu. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büßte am Donnerstag 0,88 Prozent auf 1.150,40 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,69 Prozent auf 8.273,96 Punkte ein.

Credit Suisse (minus 1,4 Prozent) grenzten die Kursverluste zum Handelsende hin ein, nachdem die Titel im frühen Geschäft gar bis auf 11 Franken abgesackt waren. Besser hielten sich UBS, die zum Schluss nur noch 0,4 Prozent verloren. Die SNB hatte den beiden Großbanken am Donnerstag in ihrem Bericht zur Finanzstabilität zwar eine Verbesserung ihrer Kapitalsituation attestiert, aber weitere Maßnahmen angemahnt. Würden die Banken ihre Risiko-Positionen nämlich nicht anpassen, bräuchten sowohl UBS wie auch Credit Suisse laut SNB je rund 10 Milliarden Franken an zusätzlichem Eigenkapital.

Auf Tauchgang begaben sich einige Zykliker. Allen voran büßten LafargeHolcim 2,4 Prozent, Dufry 1,8 Prozent sowie die Chemietitel von Lonza 1,9 Prozent ein. Auch Sonova verbilligten sich mit 3,0 Prozent stark, was aber zum Teil mit dem Dividendenabgang im Umfang von 2,10 CHF je Titel zu erklären ist. Größere Einbußen waren auch noch bei Galenica (minus 2,8 Prozent) oder Swiss Life (minus 1,5 Prozent) zu sehen.

Im Rahmen hielten sich die Verluste der Schwergewichte, wobei Novartis sogar den Schlusskurs vom Vortag halten konnten. Nestlé (minus 0,4 Prozent) und die Roche-Anteilsscheine (minus 0,8 Prozent) konnten sich nicht ganz so gut dem Abwärtssog entziehen.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA610 2016-06-16/18:41


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