Landeck stärkt mobile Jugendarbeit

Der Jugendtreff „L.A. Jump in“ ist Nutznießer eines dreijährigen EU-geförderten Projekts im Volumen von 121.500 Euro. Die mobile Jugendarbeit wird auf 46 Wochenstunden ausgedehnt und bezirksweit vernetzt.

Erwachsene haben für haben als Vorbilder eine große Verantwortung und spielen bei der Prävention eine wichtige Rolle. (Symbolfoto)
© TT-Archiv

Von Helmut Wenzel

Landeck –Die regionale Wertschöpfung steigern, natürliche Ressourcen und kulturelles Erbe fördern, das Gemeinwohl stärken: Sie bringt das Regionalmanagement regioL, die Entwicklungsstrategie für den Bezirk Landeck, auf den Punkt. Die Fördertöpfe in Brüssel sind (noch) prall gefüllt. Aus dem Leader-Programm 2014–2020 etwa stehen sechs Mio. Euro für den Bezirk zur Verfügung.

In den Genuss einer hohen Förderung kommt ab 1. September Landecks Jugendtreff „L.A. Jump in“ bzw. der Verein Altwidum. Das Projektvolumen zum Ausbau der mobilen Jugendarbeit liegt bei 121.500 Euro, 85 Prozent davon sind Mittel aus dem Leader-Topf, wie Simone Reimair, Leader-Beauftragte bei regioL, kürzlich erläuterte.

„Damit können wir unsere Arbeit deutlich ausbauen“, resümiert Norbert Zangerl, Leiter des offenen Landecker Jugentreffs. Laut Konzept wird die mobile Jugendarbeit von derzeit 20 auf 46 Wochenstunden erweitert. Dazu kommen vier Stunden für Bildungs- und Vernetzungsarbeit mit acht Jugendzentren im Bezirk. „Erfreulich ist, dass es einen neuen Arbeitsplatz geben wird. Die Stelle eines Jugendarbeiters haben wir diese Woche ausgeschrieben“, stellt Zangerl fest.

Norbert Zangerl, Leiter des Jugendtreffs "L.A. Jump in", stellte die neue mobile Jugendarbeit in Landeck vor. Simone Reimair vom Regionalmanagement regioL erläuterte das dreijährige Förderprojekt.
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Die Ziele der mobilen Jugendarbeit, die es in Landeck seit 2010 gibt, bringt er mit den Schlagworten Inklusion, Partizipation, Identität und Demokratieverständnis auf den Punkt. In der Praxis bedeute das auch Unterstützung bei „existenziellen Dingen“. „Diese Woche bin ich von jemandem kontaktiert worden, der weder Arbeit noch Wohnung hat“, schilderte der Jugendtreff-Leiter. „Manchmal ist eine Begleitung zur Polizei oder zu Ämtern erwünscht.“

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Wöchentlich habe er „engen Bezug“ mit etwa 70 Jugendlichen, sagte Zangerl. „Wir gehen in die Welt der Jugendlichen, zunächst um Vertrauen aufzubauen. Da wird aber nicht gefragt, woher die jungen Leute kommen.“

Mobile Jugendarbeit werde vorwiegend auf öffentlichen Plätzen und in den Straßen geleistet. Auch in den Schulpausen habe man Probleme besprechen können. Als Bezirksstadt spiele Landeck eine gewisse Rolle als regionaler Treffpunkt. „Die Probleme und Herausforderungen sind aber keinesfalls anders als in Kufstein oder Lienz.“

Eine Herausforderung bedeute der steigende Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Zangerl sieht im Moment zwei Gruppen in Landeck. „Wir treffen uns derzeit auf sportlicher Ebene – beim gemeinsamen Fußball. Das Klima ist hier jedenfalls gut.“


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