Deutsche Regierung prüft stärkeren Schutz vor unliebsamen Übernahmen

Augsburg (APA/Reuters) - Die deutsche Regierung sucht laut „Handelsblatt“ nach Möglichkeiten, deutsche Firmen in bestimmten Fällen vor Übern...

Augsburg (APA/Reuters) - Die deutsche Regierung sucht laut „Handelsblatt“ nach Möglichkeiten, deutsche Firmen in bestimmten Fällen vor Übernahmen durch ausländische Investoren zu schützen. An entsprechenden Konzepten werde gearbeitet, berichtete die Zeitung in ihrer Freitagausgabe unter Berufung auf Informationen aus dem Bundeswirtschaftsministerium.

Als konkreter Anlass wurde der Fall des Augsburger Roboterbauers Kuka genannt, für den ein 4,5 Mrd. Euro schweres Offert des chinesischen Haushaltsgeräte-Hersteller Midea vorliegt. „Wenn Markt und Wettbewerb nicht die entscheidenden Motive für den Einstieg eines Investors sind, muss der Staat ein Eingriffsrecht haben“, zitiert das Blatt aus Regierungskreisen. Einzelnen Investoren müsse man ein Streben nach „ökonomischer Hegemonie“ unterstellen. Das gelte insbesondere für bestimmte Staatsfonds, aber auch für Unternehmen, die mit massiver Unterstützung ihres Heimatlandes agierten.

Dem Bericht zufolge gibt es zwar noch keinen konkreten Plan für eine Gesetzesänderung. Die Regierung wolle aber nach Prüfung aller Optionen geeignete Maßnahmen treffen. Der Fall Kuka habe ihr die Augen geöffnet. Zwar würden dem Kuka-Investor nicht per se unlautere Absichten unterstellt. Der Fall verdeutliche aber grundsätzlich die wachsende Anfälligkeit offener Märkte.

Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte jüngst einen besseren Schutz europäischer Unternehmen vor unliebsamen Übernahmeversuchen gefordert. Seiner Ansicht nach sind diese Deals problematisch, wenn die Käufer aus Ländern kommen, die selbst keine offenen Volkswirtschaften seien.

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