Vater von Terror-Opfer verklagt Facebook, Twitter und Google

Reynaldo G., der Vater der im November in Paris getöteten US-Studentin Nohemi G., wirft den sozialen Netzwerken vor, Extremisten eine Plattform für ihre Gewaltideologien und Rekrutierungen zu bieten.

Symbolfoto.
© dapd

Paris/Sacramento - Der Vater eines Opfers der November-Anschläge von Paris hat in den USA Klage gegen soziale Internet-Netzwerke eingereicht und wirft ihnen vor, den Extremisten eine Plattform für ihre Gewaltideologien und Rekrutierungen zu bieten. Reynaldo G., der Vater der getöteten US-Studentin Nohemi G., verklagte Facebook, Twitter sowie den YouTube-Mutterkonzern Google.

Die Klage wurde in dieser Woche vor einem Bundesgericht in Kalifornien eingereicht. Die Netzwerke hätten „wissentlich“ den Aufstieg der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt und somit zahlreiche Attentate möglich gemacht, hieß es in der Klage. Dazu zähle auch die Anschlagsserie vom November. Die 23-jährige Nohemi ist das einzige US-Opfer unter den 130 Toten. Sie hatte sich in dem Restaurant „La Belle Equipe“ aufgehalten, als das Lokal angegriffen wurde.

Im Dezember 2014 habe der IS 70.000 Twitter-Konten unterhalten, darunter mindestens „79 offizielle“ Accounts, hieß es in der Klage. Damals habe die Miliz mindestens 90 Beiträge pro Minute abgesetzt. YouTube und Facebook würden ebenso umfangreich genutzt. Der Kläger fordert Schadenersatz in unbekannter Höhe. Eine erste Anhörung soll am 21. September in Oakland stattfinden. Die verklagten Unternehmen waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. (APA/AFP)

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