Doping: NADA-Chef Cepic hat hohe Erwartungen in Chefermittler Younger

Wien (APA) - Michael Cepic hat die Ernennung des deutschen Kriminalbeamten Günter Younger zum Direktor der Ermittlungsabteilung der Welt-Ant...

Wien (APA) - Michael Cepic hat die Ernennung des deutschen Kriminalbeamten Günter Younger zum Direktor der Ermittlungsabteilung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) erfreut zur Kenntnis genommen. „Ich deute das definitiv als positives Signal. Ich hoffe, dass das auch ein Signal in die Richtung ist, dass man auch in anderen Ländern Untersuchungen anstellt“, sagte der Chef der NADA Österreich zur APA.

Ausmaße wie in Russland seien vielleicht einzigartig, meinte Cepic, aber er sei überzeugt, dass es auch in anderen Ländern organisiertes Doping gäbe. Younger kennt er nicht persönlich, seine Arbeit schätzt er schon jetzt. „Der erste WADA-Bericht war der am besten ausgearbeitetste.“

Younger, der frühere WADA-Chef Richard Pound und der Sportrechts-Experte Richard McLaren bildeten jene Kommission, die nach Ermittlungen in Russland empfohlen hatte, Russland aus dem Leichtathletik-Weltverband (IAAF) auszuschließen, was am 13. November 2015 passierte. Das IAAF-Council entscheidet am (heutigen) Freitag in Wien, ob der russische Verband weiterhin suspendiert bleibt und damit auch bei Olympia nicht vertreten sein wird.

Die verstärkte Zusammenarbeit mit Polizei, Staatsanwaltschaft und Richtern, um den Hintermännern und Händlern auf die Spur zu kommen, sieht Cepic als wesentlichen Part in der Dopingbekämpfung. „Wenn ich Bezug auf Österreich nehme, da hatten wir 2015 vier analytische Fälle und 21 nicht analytische (Dopingverfahren/Anm.). Mit Mikrodosierungen und dem Ausnützen von Zeitfenstern wird es für die Analytiker immer schwieriger“, merkte Cepic an. Nicht-analytische Verfahren basieren auf Ermittlungen von Polizei und Zeugenaussagen.

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Der jüngsten Statistikbericht über Russland, den die WADA am Mittwoch veröffentlichte, „erschreckt“ Cepic nicht. „Aber er hat mich doch überrascht. Obwohl man schon am Abgrund steht, ist keinerlei Selbsterkenntnis zu sehen, dass man sich sagt, so kann es nicht weitergehen. Anstatt den Schritt zu machen, etwas zu ändern, zieht man sich in eine militärische Anlage zurück und macht so weiter. Es braucht Konsequenzen.“

Die WADA berichtete über nach wie vor untragbare Zustände bei Dopingkontrollen, Einschüchterungen von Testpersonal und Manipulationsversuchen in Russland. Sportler seien in abgeriegelten Militäreinrichtungen nicht für Kontrollen greifbar gewesen. Zwischen dem 15. Februar und 29. Mai hätten laut WADA insgesamt 736 geplante Dopingkontrollen aus verschiedenen Gründen nicht durchgeführt werden können.


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