Bande tötete nepalesischen Dorfbewohner wegen „Viagra vom Himalaya“

Kathmandu (APA/AFP) - In Nepal hat sich eine tödliche Auseinandersetzung um das „Viagra vom Himalaya“ ereignet: Wie örtliche Behörden am Fre...

Kathmandu (APA/AFP) - In Nepal hat sich eine tödliche Auseinandersetzung um das „Viagra vom Himalaya“ ereignet: Wie örtliche Behörden am Freitag mitteilten, hat eine Gruppe Plünderer in einem abgelegenen Bergdorf im Westen des asiatischen Landes einen Bewohner getötet und drei weitere verletzt, um ihre Ernte des tibetischen Raupenkeulenpilzes zu rauben.

Der seltene Pilz wird wegen seiner angeblich aphrodisierenden Wirkung geschätzt und erzielt in China Höchstpreise. Eine zwölfköpfige Bande habe Mittwoch in der Nacht „wahllos“ um sich geschossen und die Pilz-Ernte der Dorfbewohner geraubt, sagte der Chef des Bezirkes Mugu. Inzwischen hätten Polizisten den Ort erreicht, wegen schlechten Wetters seien jedoch immer noch keine Rettungskräfte dort.

Der Pilz, der auf tibetisch „Yarchagumba“ heißt, wächst nur oberhalb von 3.500 Metern, kann nur im Juni und nur an bestimmten Hängen des Himalaya-Gebirges geerntet werden. Für die Bergbevölkerung ist er eine wichtige Einkommensquelle. Gewaltsame Auseinandersetzungen um den Raupenkeulenpilz sind nicht neu: 2009 waren sieben Menschen bei einem Streit um die Ernterechte des Pilzes getötet worden.

Der geschützte Tibetische Raupenkeulenpilz ist vor allem in Asien und ganz besonders in China beliebt. Das Angebot hat sich in den vergangenen Jahren jedoch verringert - vermutlich wegen übermäßiger Ernte.

In der traditionellen chinesischen Medizin ist der Pilz nicht nur wegen seiner angeblich potenzfördernden Wirkung begehrt. Sogar Krebs soll er heilen - medizinisch nachgewiesen ist seine Wirkung jedoch nicht. Der Pilz befällt Schmetterlingsraupen und frisst sie von innen auf, bis er aus ihrem Kopf wieder austritt.


Kommentieren