Ein Kleinkraftwerk für den Technik-Campus Lienz

Eigene Pläne für ein kleines Kraftwerk am Zauchenbach hatte die Privat-HTL in Lienz schon 2003. Zwei Absolventen wollen bauen.

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Von Christoph Blassnig

Lienz –Direktor Peter Girstmair von der privaten HTL in Lienz zeigt sich grundsätzlich begeistert: „Für unsere Schüler wäre ein solches Kleinkraftwerk eine tolle Sache.“ Angedacht hatte die Schule selbst schon 2003 ein solches Projekt, es aber wieder verworfen, weil der Betrieb eines Kraftwerkes mit den Statuten des Trägervereines nicht in Einklang zu bringen sei, so Girstmair.

Der Zauchenbach wird bereits in Thurn von der Gemeinde zur Stromerzeugung genutzt. „Daraus resultiert der ganzjährig fast konstante Wasserfluss, der östlich an der HTL vorbei in die Isel einmündet“, erklärt Roland Klauss, der das Kraftwerks­projekt nun fertig vorliegen hat. Die weitere Nutzung dieses Unterlaufes biete sich geradezu ideal an. Er und sein Projektpartner Hubert Stefan haben selbst die HTL in Lienz besucht, Direktor Girstmair war Lehrer der beiden.

Roland Klauss stammt aus der gleichnamigen Familie, die in Kötschach-Mauthen mit der Alpen Adria Energie (AAE) als Elektroversorgungsunternehmen immerhin der größte Abnehmer privat erzeugten Photovoltaikstroms in Österreich ist. „Nur Sonne, Wasser und Wind sind unsere Energiequellen“, ist man dort stolz auf die Zertifizierung als einziger echter Naturstrom-Anbieter des Landes. Nun soll auch in Lienz ein Strom­erzeuger entstehen.

„Wir möchten dieses Kleinkraftwerk mit einer Durchschnittserzeugung von fünfzig Kilowattstunden auf eigene Kosten bauen und betreiben“, sagt Roland Klauss. Der Strom könnte über einen Liefervertrag mit der direkt angrenzenden HTL in den Eigenverbrauch dort fließen. Die Schule würde zugleich ein technisches Freiluftlabor und Anschauungsgeräte für ihren Unterricht erhalten. Auch das Ein- und Ausschalten der Turbine soll für Projekte möglich sein.

Klauss plant das Krafthaus als einen Würfel auf einer Grundfläche mit rund fünf Metern Seitenlänge und mit einer Höhe von knapp vier Metern. Damit würde der Bau einen Meter niedriger als der auf fünf Meter hohen Stelzen stehend geplante Neubau des Campuskomplexes, der den Wasserrain-Fußweg überspannen und die technischen Ausbildungsstätten zusammenführen soll. Direkt am Spazierweg gelegen würde die komplett aus Glas gefertigte Südseite des Krafthauses Passanten Einblick in das Innenleben gewähren.

Auch im Bereich der Elektromobilität könnte sich der Campus anbieten: Klauss schlägt die Leerverrohrung für sechs Elektro-Tanksäulen vor. „Installieren und betreiben würden wir vorerst zwei, der Rest könnte dann jederzeit folgen.“


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