Langes-Swarovski: “Viele denken gleich wie ich“

Diana Langes-Swarovski fordert von Landesseite mehr Geld für ihre WSG Wattens. Der Vergleich mit dem FC Wacker würde eine Ungleichverteilung offensichtlich machen, meinte die 44-jährige Vereinspräsidentin.

Mit der Landeszusage über 200.000 Euro für die kommende Bundesliga-Saison will sich Diana Langes-Swarovski nicht bescheiden.
© Julia Hammerle

Wattens – Offen wandte sich Diana Langes-Swarovski, Präsidentin von Bundesliga-Aufsteiger WSG Wattens, kürzlich an die Öffentlichkeit. Die vom Land angebotenen 200.000 Euro Starthilfe für das erste Jahr in der Sky Go Erste Liga nehme man „mit freundschaftlichem Handschlag“ an. „Doch wer sich im Fußball auskennt, der weiß nicht nur, dass eine solche Summe schnell, sehr schnell aufgebraucht ist und kaum für die Grunderhaltung reicht, sondern auch, dass demgegenüber eine Summe von einigen Millionen Euro steht, die Wacker zufließen.“ Das rief zahlreiche Reaktionen hervor, auf die Diana Langes-Swarovski kurz vor dem Trainingsauftakt im TT-Gespräch einging.

Sie bedankten sich zuletzt für die zugesagten 200.000 Euro vom Land, monierten aber im Gegenzug, dass das „viel zu wenig“ sei.

Diana Langes-Swarovski: Ich will nicht vermessen klingen und bin natürlich dankbar für das Geld. Aber um ordentlich wirtschaften zu können, brauchen wir in der Sky Go Erste Liga weitere 300- bis 400.000 Euro.

Sie führten zudem einen Vergleich an, wonach dem Ligarivalen FC Wacker um etliches mehr Geld von Landesseite gewährt würde. Das gilt nicht für die Förderungen, sondern für das Sponsoring.

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Langes-Swarovski: Das gilt für die Unterstützung der Landesunternehmen (ca. 1,5 Mio. Euro/Jahr). In dieser Woche setzen wir uns noch einmal an einen Tisch, um die Situation zu besprechen.

Wie fiel die Reaktion auf Ihre Forderung aus?

Langes-Swarovski: Ich glaube, dass viele Leute gleich denken wie ich. Manche sind zwar der Meinung, ich würde hetzen, aber das tue ich nicht. Der FC Wacker ist der einzige Vergleich, den wir haben. Ich mag den FC Wacker sehr, aber als Vereine sind wir nun einmal unterschiedlich.

Im Zuge der FC-Tirol-Pleite (2002, Anm.) kam es zu Dissonanzen mit der Firma Swarovski, die den Verein jahrelang unterstützt hatte. Ist davon noch etwas zu spüren?

Um ordentlich wirtschaften zu können, brauchen wir in der Ersten Liga weitere 300- bis 400.000 Euro.
Diana Langes-Swarovski

Langes-Swarovski: Ich bringe durch meine Person neuen Wind, das Kapitel gehört der Vergangenheit an. Wir sind nicht nachtragend.

Mit den Turkish Airlines scheint ein potenter Wattens-Sponsor bereits an Land gezogen. Welche Strategie verfolgen Sie und Ihr Team, um für die anstehende Bundesliga-Saison zu mehr Geld zu kommen?

Langes-Swarovski: Wir versuchen von privater Seite noch mehr aufzutreiben, unsere Geldgeber kommen aus der Baubranche (Fröschl, Lang, Anm.), dem Versicherungs- und Bankwesen (Tiroler Versicherung, Volksbank, Anm.), auch ein Hersteller von Arzneimitteln (Bionorica, Anm.). Ein Budget von 2,2 bis 2,3 Millionen Euro wäre schön.

Es hieß, dass Swarovski dabei nicht den größten Anteil gewähren soll.

Langes-Swarovski: Es ist weniger als die Hälfte, was von Swarovski kommt. Ich würde auch gar nicht darum fragen, ich kenne die Situation in der Firma.

Die zugesagten 200.000 Euro vom Land erscheinen im Vergleich mit dem Sponsoring für den FC Wacker wenig. Welche Summe schwebt Ihnen in den Verhandlungen vor?

Langes-Swarovski: Das Landesbudget wird im Dezember und Jänner erstellt. Möglicherweise könnte man uns 200.000 Euro im Herbst und weitere 200.000 Euro im Frühjahr zusichern. Das wäre eine tolle Geschichte.

Hand aufs Herz: Hätten Sie sich die Mission Bundesliga-Aufstieg leichter vorgestellt?

Langes-Swarovski: Mir war sehr bewusst, dass es schwer wird. Aber wir haben im Verein durch Zusammenhalt viel erreicht, das ist schön. Und so werden wir auch noch viel mehr erreichen können.

Das Gespräch führte Florian Madl


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