Test

Japanischer Kult-Roadster neu aufgelegt

© Letzner

Emotional und technisch hat der MX-5 zwar zugelegt, doch eines ist geblieben: puristische Fahrfreude.

Von Lukas Letzner

Innsbruck – Der Mazda MX-5 ist zweifellos ein Phänomen. In den letzten 27 Jahren hat er es geschafft, sich zu einem nahezu konkurrenzlosen Original zu entwickeln. Über eine Million dieser kompakten, offenen Hecktriebler rollen weltweit über die Straßen und beweisen: In seiner Fangemeinde gibt es einfach nichts Besseres. Dass sich das bis heute nicht geändert hat, wird uns schon auf unserer ersten Ausfahrt mit dem Kult-Road­ster klar. Beim Verlassen der Tiefgarage ernten wir bereits anerkennende Blicke, und als wir, begleitet von der entsprechenden klanglichen Untermalung, das erste Mal ums Eck biegen, bekommen wir das erste „Daumen hoch“.

Ganze zehn Jahre hat es übrigens gedauert, bis die vierte Generation, in der wir hier kürzlich sitzen durften, auf unsere Straßen losgelassen wurde. Er ist ein paar Zentimeter kürzer (beispielsweise ist der aktuelle Mazda2 um 14 Zentimeter länger) und steht im Vergleich zum Vorgänger etwas breitbeiniger und geduckter auf seinen vier Pneus. Zudem wurden seine ohnehin schon sehr knackigen Proportionen optisch noch etwas nachgeschärft. Die schmalen Scheinwerfer und LED-Kiemen werden für den entsprechenden Eindruck in den Rückspiegeln der Konkurrenz sorgen, und beim Passieren dieser können sie dann noch seine Schokoladenseite, das Heck, bewundern.

Doch beginnen wir beim Anfang. Genauso knackig, wie der MX-5 aussieht, sitzt man drinnen. Der Innenraum wurde kräftig entrümpelt, und man findet wirklich nur das Notwendigste. Sogar das Handschuhfach wurde für überflüssig befunden und kurzerhand einfach weggelassen. Zum Verstauen bleiben ja immer noch die 130 Liter Kofferraum, über die unser Mazda verfügte. Die Armaturen sind, typisch für die Japaner, aufgeräumt und äußerst übersichtlich gezeichnet. Man merkt sofort, dass es hier nur um eines geht: den puren Fahrspaß. Und den wollen wir auch genießen. Also runter mit dem Stoffdach (das gelingt mit wenigen Handgriffen in ein paar Sekunden) und Druck auf den Start-Knopf.

Unter der Haube unseres Mazdas sorgte der stärkere der beiden Sauger (Gott sei’s gedankt) für den entsprechenden Vortrieb. Die 160 PS, die der 2-Liter-Vierzylinder ab drehzahlverliebten 6000 Touren leistet, klingen im ersten Moment zwar nicht nach übermäßig viel, in Anbetracht des geringen Gewichts von 1015 Kilogramm sind sie aber nicht zu unterschätzen. Ab 4600 Umdrehungen schickt das Aggregat sein maximales Drehmoment von 200 Nm an die hinteren Räder. Dieses Zahlenwerk befähigt, den MX-5 in nur 7,3 Sekunden aus dem Stand auf IGL-Tempo zu beschleunigen. Außerdem ist er das ideale Spielzeug für Fahrer, die eine Kurve gerne mal mit ausgestelltem Heck verlassen. Bei deaktiviertem Stabilitätsprogramm und dank des Sperrdifferenzials, über das übrigens nur der G160 verfügen darf, lassen sich nämlich trotz des kurzen Radstands von 2,31 Metern wunderbare Striche auf den Asphalt malen. Die äußerst direkte Lenkung und die knackig abgestimmte 6-Gang-Schaltung unterstreichen den sportlichen Eindruck des MX-5 zusätzlich. Dass man bei der Jagd nach Kurven glaubt, man sitzt direkt über der Hinterachse, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Spätestens hier vergisst man dann auch den Rest der Welt und denkt nur noch an den Scheitelpunkt der nächsten Kehre.

Selbst bei Tanken bleibt die gute Laune erhalten. 7,1 Liter brauchten wir im Schnitt, und der eine oder andere Spurt ging sich dabei auch aus. Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, sollte wissen, dass ein MX-5 gar nicht so viel kostet. Bereits ab 26.090 Euro beginnt das Roadster-Vergnügen. Der von uns gefahrene G160 in der Revolution-Ausstattung schlägt mit 33.390 Euro zu Buche.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Benziner

Hubraum: 1998 ccm

Drehmoment: 200 Nm bei 4600 U/min

Leistung: 118 kW/160 PS

L/B/H: 3915/1735/1225 mm

Gewicht: 1015/1260 kg

Kofferraumvolumen: 130 l

Tankinhalt: 45 l

Höchstgeschwindigkeit: 214 km/h

0–100 km/h: 7,3 Sekunden

Verbrauch: 7,1 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Heckantrieb

Preis: 33.390 Euro

CO2-Emission: 154 g/km