Yoga baut Brücken
Tausende Österreicher werden den heutigen Welt-Yogatag mit einem extra Sonnengruß willkommen heißen. Yoga boomt, verbindet und nimmt teilweise kuriose Formen an.
Von Nicole Strozzi
Innsbruck – Wie Yoga Völker verbinden kann, zeigen Geschichten wie jene, die gerade in der Zeitschrift Brigitte erschienen ist: Die damals 27-jährige US-Yogalehrerin Paige Elenson machte 2006 Urlaub in Kenia. Während einer Safari sah sie junge Akrobaten, die für Touristen turnten. Die Amerikanerin sprang aus dem Auto und zeigte den einheimischen Männern ein paar Yogaübungen.
Daheim in den USA, bekam Elenson eine E-Mail aus Afrika. Die Akrobaten aus einem Armenviertel wollten noch mehr über Yoga lernen. Elenson besuchte sie 2007 im Slum und lehrte ihnen das, was vorher nur den Reichen möglich war. 2009 zog die Yogalehrerin ganz nach Nairobi und gründete das „Africa Yoga Project“. Unterstützt von Spendengeldern erhalten seither Arbeitslose eine kostenlose Ausbildung, um so z. B. in der boomenden Wellnessbranche einen Job zu finden.
Yoga ist demnach mehr als reine Körperarbeit. Für die Tirolerin Shakti Siedler ist es eine Philosophie, eine Lebenseinstellung. Siedler praktiziert seit 1985 Yoga und unterrichtet seit 1999 im Yogazentrum Innsbruck. Vor ca. 30 Jahren, bei der Gründung des Zentrums, kannte man den Begriff Yoga kaum. „Die Menschen in Tirol waren unsicher und skeptisch“, erinnert sich die 47-Jährige. Heute ist Yoga jedem ein Begriff. Die philosophische Lehre aus Indien zählt zu den am weltweit schnellsten wachsenden Gesundheitsaktivitäten.
Mittlerweile gibt es ca. 250.000 Yogis und Yoginis in Österreich. Und auch die Zahl der Lehrenden steigt stetig – sei es im Internet oder im realen Leben. „Im Gegensatz zur Situation in der Schweiz ist ‚Yogalehrer‘ ein offenes Gewerbe und kann grundsätzlich von jedem, der oder die sich dazu berufen fühlt, betrieben werden“, erklärt Nora Gresch vom Berufsverband der Yogalehrenden in Österreich (BYO). Der Berufsverband würde mit einer vierjährigen Ausbildung jedoch für eine Professionalisierung des Berufes eintreten, da es unter nicht qualifizierten Anleitungen von Yogaübungen tatsächlich zu Schädigungen kommen kann.
Für manche Praktizierende steht bei Yoga die straffe Figur im Vordergrund, doch diese ist im Grunde nur eine positive Nebenwirkung. „Der Körper wird beweglicher und kräftiger, erhält mehr Stabilität und Leichtigkeit. Man lernt seinen Körper und seinen Atem kennen, man lernt auch, wie man mit sich umgeht, wie man mit anderen umgeht“, beschreibt Shakti Siedler die ganzheitliche Bedeutung von Yoga.
Yoga baut Brücken
Yoga für die gute Sache
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