Ein See, der Wasserratten das Fliegen lehrt
Am Café wird noch gebaut, der Wakeboard-See begeistert bereits zahlreiche Wasserratten. Gestern öffnete die Area 47 ihre neueste Anlage.
Von Matthias Reichle
Roppen, Haiming –Ein kurzer Ruck, die Leine spannt sich, die Nerven sind schon gespannt – ein kleiner Hopser und der Wakeboarder steht im Wasser. So mancher gekonnt, andere reißen schon auf dem ersten Meter eine Brezel. „Der Start ist das Schwierigste“, verrät die amtierende Vizestaatsmeisterin Tanja Warmuth, die gestern Vormittag ihre ersten Runden auf dem neuen Wakeboard-See der Area 47 in Roppen drehte.
Der Sport ähnelt sehr dem Snowboarden. „Ein riesiger Vorteil ist, wenn man bereits snowboardet oder Skateboard fährt, dann hat man das BoardGefühl“, erklärt die Innsbruckerin, die neun Monate im Jahr in Ägypten trainiert. Für den nötigen Antrieb sorgt ein 420 Meter langer Schlepplift, der die Wassersportler entlang von fünf Masten um den 19.130 Quadratmeter großen See zieht. Er erreicht eine Geschwindigkeit von 30 km/h. Während die einen noch mit den Kurven kämpfen, macht Warmuths Tricks, die Uneingeweihten wie Zungenbrecher vorkommen: Switchfrontrollrevers oder Fivefourty über ein Hindernis, das Kicker heißt.
Im Herbst will Warmuth zur EM nach Israel und sucht Sponsoren. In Tirol steckt der Sport noch in den Kinderschuhen. Aber das wird sich ändern, ist sie überzeugt.
Der neue Roppener Wakeboard-See ist die erste Trainingsmöglichkeit Westösterreichs. Rund zehn solcher Anlagen gibt es hierzulande, über 200 in Deutschland, wo viele Spitzenfahrer herkommen. In den vielen Snowboardern hierzulande sieht Warmuth ein riesiges Potenzial in Tirol. Ein Tiroler Weltmeister ist auch ein Ziel der Area-Geschäftsführung, wie diese beim Spatenstich betonte. Mit dem Ergebnis der rekordverdächtigen Bauarbeiten ist Mike Reden-Neuner sehr zufrieden. „Die Location da oben ist einmalig“, schwärmt er. „Da wird es heuer noch richtig krachen.“ Die Resonanz aus der Szene sei groß.
Noch ist die Anlage aber noch nicht gänzlich fertig. Während der See zum ersten Mal für die Öffentlichkeit in Betrieb ging, wird rund um das Café noch emsig gebaut. In zwei Wochen will man fertig sein.