Chinesische Investoren haben Wirecard im Visier - Zeitung

Frankfurt/München/Peking (APA/dpa) - Der Online-Zahlungsabwickler Wirecard führt laut Medienberichten mit chinesischen Investoren Gespräche ...

Frankfurt/München/Peking (APA/dpa) - Der Online-Zahlungsabwickler Wirecard führt laut Medienberichten mit chinesischen Investoren Gespräche über eine Beteiligung. Derzeit verhandle der TecDax-Konzern mit Vertretern der chinesischen Alibaba-Tochter Alipay über eine Beteiligung von bis zu 25 Prozent, berichtete die „Bild am Sonntag“. Später sei auch eine noch höhere Beteiligung denkbar.

Wirecard wollte sich dazu am Montag auf Anfrage nicht äußern. Eine Sprecherin verwies jedoch auf Aussagen von Vorstandschef Markus Braun auf der Hauptversammlung vor zwei Wochen, wonach sich das Unternehmen in strategischen Gesprächen mit verschiedenen Partnern befinde. Die Wirecard-Aktie legte am Montagmorgen zeitweise um knapp 4 Prozent zu.

Alipay betreibt ein chinesisches Online-Bezahlsystem. Der Mutterkonzern Alibaba von Gründer Jack Ma ist der führende Onlinehändler in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Bereits jetzt kooperieren Wirecard und Alipay bei einzelnen kleineren Projekten in Europa. Zugang zum immer wichtigeren chinesischen Markt hat Wirecard bisher aber nicht - das Unternehmen ist vor allem in Indien, Südostasien und Afrika vertreten, wo mobile Zahlungsdienstleistungen wegen des weniger stark ausgeprägten Finanzsektors gefragt sind.

Bereits vor einigen Wochen war am Markt über ein Einstiegsinteresse eines chinesischen Investors spekuliert worden. Aktuell hat Wirecard einen Marktwert von rund 5,1 Mrd. Euro.

Zuletzt hatten auf Technologie ausgerichtete deutsche Firmen mehrfach das Interesse chinesischer Investoren geweckt: Der Chipausrüster Aixtron etwa, aber auch der Roboterbauer Kuka.


Kommentieren