Nach Spray-Angriff in Lienz: Gerichtstüren werden versperrt

Am Bezirksgericht Lienz attackierte eine Frau eine Richterin. Das hat nun weitreichende Folgen.

Das Bezirksgericht in Lienz.
© Oblasser

Von Catharina Oblasser

Lienz –Nachdem eine Richterin am Bezirksgericht Lienz von einer Frau mit Pfefferspray attackiert worden war, wird die Justiz künftig an allen Bezirksgerichten Kontrollen am Eingang errichten. Den Beginn macht Lienz, wo es am Amtstag (Dienstag von 8 bis 12 Uhr) schon jetzt einen Wachmann gibt, der die Eintretenden kontrolliert.

In Innsbruck bestehen schon länger sowohl am Bezirks- als auch am Landesgericht permanente Sicherheitsschleusen, doch an den anderen Tiroler und Vorarlberger Bezirksgerichten war das bislang nicht der Fall.

Das soll sich demnächst ändern, sagt Wigbert Zimmermann, der Sprecher des Oberlandesgerichts in Innsbruck. Noch heuer werden Wachleute für alle diese Gerichte eingestellt werden. Sie werden am Amtstag dafür sorgen, dass niemand Waffen, zu denen auch Pfefferspray zählt, ins Gebäude mitnehmen kann. Künftig müssen sich Besucher also an allen 13 Tiroler und fünf Vorarlberger Gerichten auf eine Kontrolle einstellen.

Damit aber nicht genug. „Wir wollen an allen Bezirksgerichten die Eingänge umrüsten“, schildert Zimmermann. „Es werden Monitore und eine Gegensprechanlage eingebaut. Die Türen bleiben so lange verschlossen, bis der Besucher überprüft worden ist. Erst dann gehen die Türen auf.“ Ein solches System gibt es bereits beim Polizeikommando in Lienz, das übrigens direkt neben dem Bezirksgericht angesiedelt ist. Bis Ende 2016 sollen diese Umbauten fertig sein, sagt der Sprecher des Oberlandesgerichts.

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Dass Kontrollen angeraten sind, zeigt sich am Beispiel Innsbruck. Am dortigen Gericht muss das Wachpersonal den Besuchern immer wieder Waffen abnehmen, schildert Zimmermann: „Vom Springmesser angefangen“.

Jene Frau, die die Pfefferspray-Attacke ausgeführt hat, wurde unmittelbar danach in Polizeigewahrsam genommen. Laut Bezirkspolizeikommandant Silvester Wolsegger hat die Sicherheitsbehörde gegen sie ein Waffentrageverbot ausgesprochen. Ihre Motive sind nicht bekannt.


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