Unternehmer: Standort Sachsen wegen Fremdenfeindlichkeit in Gefahr

Dresden (APA/AFP) - Angesichts der zunehmenden Zahl fremdenfeindlicher Straftaten im deutschen Bundesland Sachsen wollen die Unternehmen im ...

Dresden (APA/AFP) - Angesichts der zunehmenden Zahl fremdenfeindlicher Straftaten im deutschen Bundesland Sachsen wollen die Unternehmen im Freistaat stärker für Weltoffenheit werben. Ein weiterer Imageschaden soll abgewendet werden.

Die ausländer- und fremdenfeindlichen Aufmärsche und Übergriffe gefährdeten die wirtschaftlichen und unternehmerischen Potenziale des Standorts Sachsen, warnte der neu gegründete Verein „Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen“ am Montag in Dresden.

Die Auswirkungen seien bereits unübersehbar. Neben der erschwerten Gewinnung internationaler Fachkräfte werde dies durch „Vertrauens- und Umsatzrückgänge“ beim nationalen und internationalen Kundenstamm deutlich. Dadurch seien einheimische Arbeitsplätze, das Wachstum der sächsischen Wirtschaft und der gemeinsame Wohlstand sowie das Ansehen des Freistaats Sachsen „essenziell gefährdet“, beklagten die zehn Gründungsmitglieder des Vereins.

Dazu zählen unter anderem der Chemnitzer Rundstrickmaschinenhersteller Terrot sowie der Silicon Saxony e.V., der nach eigenen Angaben mehr als 300 Hersteller, Zulieferer, Hochschulen, Forschungsinstitute und öffentliche Einrichtungen am Mikroelektronikstandort Sachsen verbindet.

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Bereits im vergangenen Jahr hatten Politiker, Forscher und Unternehmer einen Imageverlust Sachsens durch die fremdenfeindlichen Angriffe auf Flüchtlingsheime und die Pegida-Demonstrationen beklagt. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) warnte schon vor Monaten, internationale Wissenschafter und Fachkräfte seien nur noch schwer für den Freistaat zu gewinnen.

Immer wieder sorgten Angriffe auf Flüchtlingsheime etwa in Heidenau oder Freital für Schlagzeilen. Der neu gegründete Verein will diesen Tendenzen nach eigenen Angaben mit einer Kampagne entschieden entgegenwirken. Ziel sei „ein starkes und wachsendes Netzwerk mit dem klaren Bekenntnis für Weltoffenheit und Internationalität im Freistaat Sachsen“.

Es gehe darum, das Image des Wirtschaftsstandorts Sachsen deutschland- und weltweit zu verbessern, für Vertrauen bei Geschäftspartnern zu sorgen und Ängste der Bevölkerung abzubauen, erklärte Andreas von Bismarck, Sprecher des Vereinsvorstands. Dabei wollen die Unternehmen auch für die Integration von Zuwanderern in die Wirtschaft werben.


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