Cameron verurteilt rassistische Vorfälle nach Brexit-Votum

London (APA/AFP) - Der britische Premierminister David Cameron hat am Montag rassistische Vorfälle nach dem Mehrheitsvotum für einen Austrit...

London (APA/AFP) - Der britische Premierminister David Cameron hat am Montag rassistische Vorfälle nach dem Mehrheitsvotum für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union verurteilt. Ein Sprecher des konservativen Regierungschefs bezog sich auf „landesweite Ereignisse am Wochenende wie die Einschüchterung von Migranten“ mit Drohungen, sie sollten nach Hause gehen.

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan versetzte die Hauptstadtpolizei aus Furcht vor ähnlichen Vorfällen in Alarmbereitschaft. Der polnische Botschafter in Großbritannien, Witold Sobkow, äußerte sich auf der Internetseite der diplomatischen Mission „schockiert und äußerst besorgt über die jüngsten Ereignisse und die fremdenfeindlichen Beschimpfungen gegenüber der polnischen Gemeinde und anderen im Vereinigten Königreich lebenden Migranten“.

In Huntington bei Cambridge waren am Samstag Flugblätter mit rassistischem, polenfeindlichem Text aufgetaucht. An einem polnischen Kulturzentrum in Hammersmith im Osten Londons gab es eine rassistische Schmiererei, andere Beispiele wurden in den sozialen Medien erwähnt. Die antirassistische Bewegung Far Right Watch listete seit dem Volksentscheid vom Donnerstag mehr als 90 rassistische Vorfälle auf.

Der britische Finanzminister George Osborne rief die Briten zur „Einheit“ auf und forderte sie auf, „Hass und Spaltung zu verurteilen“. Er fügte hinzu: „Großbritannien ist ein offenes und tolerantes Land, und ich werde dafür kämpfen, dass es das bleibt.“ Beim Referendum hatten knapp 52 Prozent für den Austritt Großbritanniens aus der EU votiert. Zu den Themen der Kampagne vor der Volksabstimmung gehörte unter anderem die Frage der Einwanderung aus ärmeren EU-Staaten.


Kommentieren