Nationalismus ist eigentliches Risiko für die Weltwirtschaft

Laut dem Ökonom Nouriel Roubini gefährdet Nationalismus und Populismus den Wirtschaftsaufschwung. Mittelmäßiges Wachstum sei die neue Realität.

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© Reuters

London – Der namhafte Ökonom Nouriel Roubini, Wirtschaftsprofessor an der New York University (NYU), sieht trotz Brexit und der weltweiten Verunsicherung über den Konjunkturverlauf keine globale Rezession oder erneute Finanzkrise aufkommen. Auf dem chinesischen Ableger des World Economic Forums (WEF) in China sagt der Experte am Dienstag ein mittelmäßiges Wirtschaftswachstum als neue Realität voraus.

Weder für Industrie- noch für Schwellenländer prognostiziert er tiefgreifende Rezessionen, obwohl die traditionellen Maßnahmen der Geld- und Fiskalpolitik weitestgehend ihre Impulsfunktionen verloren haben dürften.

Brexit ist Entscheidung zwischen Arm und Reich

Roubini testiert allerdings während einer Podiumsdiskussion ein anderes Risiko für die Weltwirtschaft. So sei das Referendum in Großbritannien ein eindeutiger Ausdruck für aufkommenden Nationalismus und Populismus gewesen, der die wirtschaftliche Prosperität gefährdet.

Die Abstimmung im Vereinigten Königreich ist in den Augen Roubinis eine Entscheidung zwischen Armen und Reichen, Jungen und Alten sowie Begabten und Unbegabten gewesen, hieß es in einer Aussendung vom WEF im chinesischen Tiajin. Der Druck komme also von Globalisierungsgegnern und dies sei die eigentliche Gefahr für das weltweite Wirtschaften.

Den gleichen Effekt wie in Großbritannien könnte man zum Beispiel auch in den USA beobachten. Dort repräsentiert Donald Trump die wütenden weißen Fabrikarbeiter, erklärt der NYU-Professor. Diese Gruppe versuche sich allerdings gegen die Globalisierung und damit gegen einen globalen Wirtschaftsaufschwung zu stemmen.

Radikale Parteien, die das Wirtschaftswachstum extrem beeinträchtigen können, strebten also nicht nur in Randgebieten der Europäischen Union auf, mahnt der Experte. (APA, sda)


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