Festival d‘Aix: Fünf Opern, darunter eine afrikanische „Cosi“

Aix-en-Provence (APA/AFP) - Das am Donnerstag startende Festival von Aix-en-Provence wartet bis zum 20. Juli mit fünf neuen Opern-Produktion...

Aix-en-Provence (APA/AFP) - Das am Donnerstag startende Festival von Aix-en-Provence wartet bis zum 20. Juli mit fünf neuen Opern-Produktionen auf, darunter einer Neuinterpretation von Mozarts „Cosi fan tutte“ in der Regie des Filmemachers Christophe Honoré und Händels „The Triumph of Time and Truth“ mit der aufstrebenden Jung-Sopranistin Sabine Devieilhe.

Bekannt als eines der kreativsten Festivals in der Opernwelt, wird sich das südfranzösische Festival auch heuer wieder seiner Mozart-Tradition widmen, diesmal mit einer neuen „Cosi“. Regisseur Honoré wird das Werk in das von Mussolini besetzte Afrika verlegen, wie es im Vorfeld hieß. Am Pult stehen dabei abwechselnd Louis Langrée et Jérémie Rhorer. Die Französin Sandrine Piau gibt die Despina, als Dorabella wurde die Amerikanerin Kate Lindsey verpflichtet.

Die britische Regisseurin Katie Mitchell, dem Festival seit langem verbunden, inszeniert diesmal Debussys „Pelléas et Mélisande“ mit einer hochkarätigen Besetzung: Unter der Sängerriege finden Stephane Degout, Barbara Hannigan und Laurent Naouri, am Pult steht Esa Pekka-Salonen. Die 30-jährige Sabine Devieilhe erhebt ihre Stimme in Händels Oratorium „Il Trionfo del Tempo e del Disinganno“, für das der Pole Krzysztof Warlikowski, der für seine gegenwartsbezogenen Inszenierungen bekannt ist, verantwortlich zeichnet. Emmanuelle Haim, eine der großen Figuren der Barockmusik, ist mit ihrem Dirigat erstmals in Aix zu Gast.

Der amerikanische Regisseur Peter Sellars, der Aix im Vorjahr mit dem Doppelabend „Iolanta/Perséphone“ erfreut hat, bringt diesmal Strawinskis „Oedipus Rex“ nach Südfrankreich, das er 2009 mit den Los Angeles Philharmonic kreiert hat. Erstmals steht heuer auch eine arabisch-französische Oper auf dem Festivalprogramm: „Kalila wa Dimna“ ist eine Fabel-Sammlung, die den Kindern in der arabischen Welt ein ähnlich großer Begriff ist wie den Franzosen die Werke von Jean de La Fontaine. Auf ihr basiert die zweisprachige Oper des aus Rafah stammenden Komponisten Moneim Adwan.

Auf 2018 verschoben wurde hingegen die Produktion „Seven Stones“, die ursprünglich für heuer geplant war. Grund sind Subventionskürzungen, der Tod eines Mäzens sowie die Rücktritte diverser Co-Produzenten. „Das Festival ist immer auf des Messers Schneide und aus Vorsicht haben wir uns dazu entschieden, das Werk unter besseren Bedingungen zu realisieren“, so Francois Vienne, stellvertretender Generaldirektor des Festivals, zur AFP. Die Suche nach Koproduzenten gestalte sich in wirtschaftlichen Krisenzeiten zunehmend schwierig, erklärte er.

Das Festival d‘Aix-en-Provence verfügt dieses Jahr über ein Budget von 23,5 Mio. Euro, das durch Koproduktionen, Ticketverkäufe, Sponsoring und Touren zustande kommt. Private Geldgeber steuerten 4,6 Mio. Euro bei, die staatliche Subvention beträgt 3,7 Mio. Euro.

(S E R V I C E - Festival d‘Aix en Provence: 30. Juni bis 20. Juli. Infos unter http://festival-aix.com)


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