Leitbörsen in Fernost schließen uneinheitlich

Tokio (APA) - Die Leitbörsen in Fernost haben am Dienstag durchwachsen tendiert. Der Nikkei-225 Index in Tokio gewann 13,93 Zähler oder 0,09...

Tokio (APA) - Die Leitbörsen in Fernost haben am Dienstag durchwachsen tendiert. Der Nikkei-225 Index in Tokio gewann 13,93 Zähler oder 0,09 Prozent auf 15.323,14 Punkte. Der Hang Seng Index in Hongkong verlor 54,84 Zähler (minus 0,27 Prozent) auf 20.172,46 Einheiten. Der Shanghai Composite stieg um 16,86 Punkte oder 0,58 Prozent auf 2.912,56 Punkte.

Nach den massiven Indexverlusten, die durch das Referendum über einen EU-Ausstieg Großbritanniens ausgelöst worden waren, konnten die asiatischen Börsen die Talfahrt vorerst bremsen. Während in Europa über das weitere Vorgehen in Sachen Brexit beraten wird, reagierten die Märkte in Übersee unterschiedlich.

Die Stabilisierung an der japanischen Börse stützte sich auf die Erwartung der Anleger weiterer geldpolitischer Maßnahmen. Ein Treffen zwischen dem Gouverneur der Bank of Japan (BOJ) und dem Premierminister Abe sorgte für Zuversicht, die Regierung und die Zentralbank könnten demnächst Lockerungsmaßnahmen setzen.

Bei den Einzelwerten konnten vor allem Baukonzerne von den Erwartung an eine mögliche Notfallsitzung der BOJ und folgende Schritte profitieren. So legten die Anteilsscheine von Taisei um 1,74 Prozent zu. Der Aktienkurs des Generalunternehmers Obayashi stieg um 2,32 Prozent. Die Aktien des Branchenkollegen Maeda stiegen sogar um 5,01 Prozent.

Weniger gut erging es Exportwerten, die nach einem leichten Anstieg des Yen-Kurses Verluste schrieben. So büßten etwa die Autohersteller Mazda, Mitsubishi und Toyota je deutlich über 3 Prozent ein.

Chinas Börsen sind stark mit dem Finanzplatz London verbunden und zeigten dementsprechend weiter starke Reaktionen auf das Referendum für einen Austritt Großbritanniens aus der EU.

HSBC Holdings schlossen 0,64 Prozent tiefer. Aktien von CK Hutchison verloren 1,80 Prozent. Der Konzern verdiente im vergangenen Jahr etwa 37 Prozent seiner Gewinne in Großbritannien.

Auch die Märkte in Indien und Australien zeigten sich unterschiedlich. Der Sensex 30 in Mumbai tendierte zuletzt bei 26.524,55 Zählern mit plus 121,59 Punkten oder 0,46 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney verlor 36,5 Zähler oder 0,70 Prozent auf 5.179,70 Einheiten.

Die indischen Märkte werden Marktbeobachtern zufolge im Umfeld der Turbulenzen in Europa als verhältnismäßig sicherer Hafen angesehen. Vor diesem Hintergrund verzeichnete der Pharmakonzern Lupin die stärksten Zuwächse seit drei Monaten (plus 4,31 Prozent), Bharti Airtel gewannen 1,72 Prozent und die Konsumgüterkonzerne Hindustan Unilever (plus 3,26 Prozent) sowie ITC (plus 2,50 Prozent) konnten ebenfalls deutlich steigen.

Konzerne mit einer starken Abhängigkeit von Europa zeigten Verluste. Tata Motors und Wipro etwa - die jeweils ungefähr ein Viertel ihres Umsatzes in Europa lukrieren - büßten 1,72 Prozent bzw. 1,09 Prozent ein.


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