Zürcher Börse schließt deutlich stärker

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag auf breiter Front stark zugelegt. Damit wurden die massiven Kursverluste in...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag auf breiter Front stark zugelegt. Damit wurden die massiven Kursverluste infolge des Brexit-Votums zumindest teilweise aufgeholt. Bereits am Morgen war der Leitindex SMI mit satten Gewinnen gestartet und kletterte in der zweiten Tageshälfte sogar über 7.800 Punkte. Die Erholungsbewegung war europaweit zu sehen.

Neben Entspannungssignalen - beispielsweise von den Rohstoffmärkten - wurde im Handel speziell für die Schweiz auch auf eine deutliche Abschwächung des Franken zum Euro verwiesen. Die Verluste der vergangenen Tage habe vermehrt Schnäppchenjäger auf den Plan gerufen. Die Märkte würden allerdings bis auf weiteres im Krisenmodus bleiben. Denn die mit dem Ausstiegsprozess der Briten verbundene Verunsicherung dürfte wohl noch wochen- oder gar monatelang andauern.

Der Swiss Market Index (SMI) gewann am Dienstag 2,36 Prozent auf 7.773,80 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legte um 2,05 Prozent auf 1.144,04 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 2,36 Prozent auf 8.398,25 Zähler zu.

Im Fokus lagen die schwergewichtigen Nestlé-Titel, die mit plus 3,3 Prozent zu den großen Gewinnern gehörten. Der Nahrungsmittelkonzern hat für alle überraschend mit dem Deutschen Ulf Mark Schneider einen Externen zum neuen Chef berufen. Dieser war zuletzt Chef des Gesundheitsunternehmens Fresenius. Damit signalisiert Nestlé nach Ansicht von Beobachtern, wo künftig stärkere Akzente gesetzt werden sollen. Auch eine Kaufempfehlung aus dem Hause S&P fand Beachtung.

Stark nach oben ging es auch mit den Aktien der beiden Luxusgüterhersteller Swatch (plus 4,5 Prozent) und Richemont (plus 4,4 Prozent), die im Zuge des Brexit-Schocks auf neue Mehrjahrestiefststände gefallen waren. Auch weitere Zykliker wie LafargeHolcim (plus 3,6 Prozent) holten kräftig auf. Aufgrund eines relativ bedeutenden Geschäftsanteils in Großbritannien standen die Aktien des Zementherstellers zuletzt überdurchschnittlich unter Druck. Schwung verlieh dem Titel auch eine Kaufempfehlung von Goldman Sachs.

Auch die beiden eher defensiven Galenica (plus 3,8 Prozent) und Sonova (plus 3,4 Prozent) sowie die Assekuranzwerte Zurich (plus 3,0 Prozent) legten überdurchschnittlich zu. Die Pharma-Schwergewichte Roche (plus 2,2 Prozent) und Novartis (plus 2,8 Prozent) zeigten sich relativ unauffällig. Die beiden Titel wurden vom Brexit viel weniger nach unten gerissen als der Gesamtmarkt, womit das Erholungspotenzial auch nicht so groß sei, hieß es von Händlern.

Die Großbankenwerte, die mit dem Brexit-Votum heftig unter die Räder gekommen waren, nahmen an der Erholung allerdings nicht teil: Credit Suisse gaben um 0,1 Prozent nach und UBS waren mit minus 2,0 Prozent sogar die größten Verlierer unter den Blue Chips. Die Ungewissheit sei für die gesamte Finanzindustrie weiterhin sehr groß, hieß es im Handel. Zudem habe sich der Ertragsausblick abgeschwächt und die Kreditrisiken erhöht.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA519 2016-06-28/18:14


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