Börse Frankfurt am Vormittag im Plus

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX hat sich am Mittwoch zunächst weiter vom Brexit-Schock erholt. Allerdings ließ die Dynamik gegenüb...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX hat sich am Mittwoch zunächst weiter vom Brexit-Schock erholt. Allerdings ließ die Dynamik gegenüber dem sehr starken Vortag leicht nach.

Gegen 10.20 Uhr stieg der deutsche Leitindex um 1,36 Prozent auf 9.575,78 Punkte, nachdem er am Dienstag um fast zwei Prozent geklettert war. Davor hatte das Börsenbarometer wegen des britischen Votums gegen die EU-Mitgliedschaft knapp 10 Prozent an Wert eingebüßt.

Die Brexit-Sorgen würden derzeit etwas aufgeschoben, sagte Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK. Rückenwind kam auch von den freundlichen Aktienmärkten in den USA und Asien. Zudem hellte sich die vom Marktforschungsunternehmen GfK ermittelte Verbraucherstimmung in Deutschland deutlich auf - Experten hatten mit einer Stagnation gerechnet.

Für den MDAX der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es am Mittwochvormittag um 0,50 Prozent auf 19.372,55 Punkte hoch und der Technologiewerte-Index TecDAX gewann 0,54 Prozent auf 1.563,07 Punkte.

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Die Unsicherheit über die Brexit-Folgen schwebt laut Hewson zwar nach wie vor über den Märkten. Es scheine aber zunächst so, als ob die Investoren Zeit hätten, sich mit der neuen Realität anzufreunden. Denn die Briten zeigten keine Anstalten, schon in Kürze den offiziellen Austrittsantrag gemäß Artikel 50 des Vertrags von Lissabon zu stellen.

Händler warnten indes vor zu viel Optimismus: Die Stimmung könne jederzeit wieder kippen. Auch Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Hessen-Thüringen äußerte sich mit Blick auf die jüngste Erholung skeptisch. Nach dem dynamischen Ausverkauf infolge des Brexit sei eine Erholungsbewegung fällig gewesen. Doch „so schön dieses Kursplus im ersten Moment auch anmuten mag, mehr als eine technische Reaktion innerhalb eines überverkauften Marktumfelds war es nicht. Die Unsicherheiten bleiben groß.“

Am Mittwoch richten sich die Blicke auf die Tagung von 27 EU-Chefs. Thema dieses Treffens ohne Großbritannien ist vor allem die Zukunft Europas. Auf der Konjunkturseite stehen am Nachmittag noch US-Daten zu den Konsumausgaben und zum Immobilienmarkt auf der Agenda.

Im DAX setzten die Versorgeraktien ihre Erholungsrally fort: E.ON und RWE eroberten mit Kursgewinnen von jeweils fast zweieinhalb Prozent die beiden vorderen Plätze im DAX. Nicht gerade schaden dürfte den Branchentiteln, dass die Bundesregierung im Klimaschutzplan 2050 wohl auf konkrete Ziele für den Kohleausstieg verzichtet - entgegen einem früheren Entwurf. Dagegen büßten die Anteilsscheine der Lufthansa 0,67 Prozent ein - hier belasteten die weiter steigenden Ölpreise.

Die Papiere der Sportartikelhersteller Adidas und Puma reagierten unterschiedlich auf schlechte Zahlen von US-Konkurrent Nike: Während Adidas mit minus 0,53 Prozent zu den schwächsten DAX-Werten zählten, ging es für Puma um 0,44 Prozent hoch. Ein Händler wollte keine vorschnellen Rückschlüsse für die deutschen Unternehmen ziehen. Es sehe eher nach einer Schwäche bei Nike aus, während es bei Adidas gut laufe.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA145 2016-06-29/10:23


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