Brexit lässt Börsenwert europäischer Firmen dahinschmelzen

Wien/London (APA) - Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union hat für ein Kursgemetzel an den Börsen gesorgt. Vom 22. Juni, de...

Wien/London (APA) - Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union hat für ein Kursgemetzel an den Börsen gesorgt. Vom 22. Juni, dem Tag vor dem Referendum in Großbritannien, bis zum Dienstag dieser Woche haben die 100 Konzerne mit dem weltweit größten Börsenwert knapp 340 Mrd. Dollar auf 15,2 Billionen Dollar eingebüßt, errechnete der Berater EY. Europas Firmen geraten zunehmend ins Hintertreffen.

Nur mehr 23 der 100 Unternehmen mit der größten Markkapitalisierung haben ihren Hauptsitz in Europa. Vor einem Jahr waren es noch 28, so EY am Donnerstag. Dagegen nimmt die Dominanz der US-Konzerne zu. Ganze 55 Unternehmen im Ranking sind in den Vereinigten Staaten beheimatet, im Vorjahr waren es 53. Vor allem in der IT-Branche geben US-Firmen den Ton an.

Aus China kommen nach wie vor 11 Konzerne, aus Großbritannien nur mehr 7 (Mitte 2015: 9). Eine österreichische Firma hat es nicht ins Ranking geschafft, auch nicht in das Ranking der „teuersten“ 300 Konzerne.

Die zehn wertvollsten Unternehmen der Welt sind allesamt US-amerikanisch: Auf Platz eins bleibt Apple mit einer Marktkapitalisierung von 513 Mrd. Dollar - obwohl der iPhone-Hersteller seit Jahresbeginn 13 Prozent an Börsenwert verloren hat. Nummer zwei ist die Google-Mutter Alphabet mit einem Börsenwert von 471 Mrd. Dollar, gefolgt von Microsoft (389 Mrd. Dollar), dem Ölriesen Exxon Mobil und der Investmentgesellschaft des Börsengurus Warren Buffett, Berkshire Hathaway. Das von Börsianern am höchsten bewertete europäische Unternehmen ist der Schweizer Nahrungsmittelriese Nestle (Platz 14).

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Der Brexit dürfte die Aktienkurse in Europa weiterhin belasten. Dass Investoren skeptisch auf den Kontinent blicken, sei angesichts der Vielzahl an Negativschlagzeilen - ob Grexit oder Brexit, Schuldenkrise oder Flüchtlingskrise - kaum erstaunlich, so Gerhard Schwartz von EY Österreich: „Positive Impulse - wie etwa eine Wachstumsstrategie für Europa - sind derzeit kaum sichtbar. Und in den kommenden Monaten dürfte die durch das Brexit-Votum ausgelöste Volatilität an den Kapitalmärkten anhalten.“


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