Anrainer und Opposition fürchten „Totalverbauung“

In Götzens soll sozialer und frei finanzierter Wohnbau realisiert werden. Die Nachbarn sind ob des Bauvolumens „entsetzt“.

© Rainer

Von Denise Daum

Götzens –„Unsere Wohnungen werden zu Kellerwohnungen, unsere Gärten zu Innenhöfen“, schlagen Anrainer Alarm. In Götzens „Schießstand“ sollen knapp 4000 Quadratmeter verbaut werden. Auf rund 55 Prozent der Fläche sind von einem privaten Bauträger 16 Reihenhäuser vorgesehen. Die restliche Fläche hat die Gemeinde Götzens für sozialen Wohnbau reserviert.

Nach Einsicht in die nun in der Gemeinde aufgelegten Bebauungspläne zeigen sich die Nachbarn „entsetzt. Wir sind nicht allein auf der Welt und haben auch nichts gegen eine maßvolle, der Umgebung angepasste Verbauung“, schickt Martin Gogl voraus. Aber durch das geplante Projekt sei für sie jegliche Lebensqualität verloren. „Wir haben auf Basis der Pläne eine Sonnenstudie erstellt, die zeigt, dass uns durch die Bauhöhe über mehr als vier Monate die Sonne genommen wird“, sagt Gogl. Er fühlt sich von der Gemeinde im Stich gelassen, die im Vorfeld eine geringe Verbauung versprochen habe.

Bürgermeister Josef Singer (Gemeinsam für Götzens) sieht das ganz anders. „Aufgrund einer Neuwidmung ist es erstmals in der Geschichte von Götzens möglich, 45 Prozent der Fläche um 200 Euro – bei nunmehrigen Baugrundpreisen von 600 Euro – für leistbaren Wohnraum zu sichern“, erklärt Singer. Das Projekt des privaten Bauträgers werde dem Anspruch gerecht, bodensparend zu bauen. Vereinbart sei eine Wandhöhe von 9,5 Metern, die eingehalten werde.

Die Sonnenstudie der Anrainer will Singer so nicht stehen lassen. Er habe ebenfalls eine solche beauftragt. „Die Situation für die Nachbarn verschlechtert sich nicht.“ Der Bürgermeister habe dem Raumplaner der Gemeinde „soeben den Auftrag erteilt, alle Parameter nochmals zu überprüfen“.

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Die Fraktion „Götzens bewegen“ hat im Gemeinderat geschlossen gegen das Bauprojekt mit den 16 Reihenhäusern gestimmt. „Das geht für uns in die ganz falsche Richtung: zu teuer, zu groß, zu dicht, eine Zumutung für die Anrainer“, erklärt Gemeindevorstand Armin Singer (Götzens bewegen). „Wir wollen, dass Götzens ein Dorf bleibt. Es muss nicht jeder Quadratmeter Wiese zubetoniert werden“, setzt er nach.


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