Polizei befreite mehrere Geiseln aus Restaurant in Dhaka

Dhaka (APA/Reuters/AFP/dpa) - Zehn Stunden nach Beginn einer Geiselnahme in einem Restaurant in Dhaka haben Sicherheitskräfte Samstagfrüh mi...

Dhaka (APA/Reuters/AFP/dpa) - Zehn Stunden nach Beginn einer Geiselnahme in einem Restaurant in Dhaka haben Sicherheitskräfte Samstagfrüh mit der Erstürmung des Gebäudes begonnen. Acht bis zehn Menschen seien befreit worden, teilte die Polizei in Bangladesch rund eine Stunde später mit. Die Kämpfe seien gestoppt, die rund 100 eingesetzten Sicherheitskräfte aber weiterhin im Gebäude.

Mindestens acht Bewaffnete hatten das spanische Restaurant „Holey Artisan Bakery“ im Diplomatenviertel der Hauptstadt von Bangladesch gegen 21 Uhr Ortszeit am Freitagabend gestürmt. Dabei wurden nach offiziellen Angaben mindestens zwei Polizisten getötet und gut 20 Menschen verletzt. Insgesamt sollen sich 20 bis 30 Menschen - sowohl Gäste als auch Personal - im Restaurant befunden haben.

Einigen Mitarbeitern gelang es, aus dem Restaurant zu fliehen. Einer von ihnen sagte einem örtlichen Fernsehsender, die Angreifer hätten „Allahu Akbar“ (Allah ist groß) gerufen. Von offizieller Seite gab es zunächst keine Angaben dazu, wer hinter der Attacke steckt.

Mittels der Nachrichtenagentur „Amak“ bekannte sich jedoch kurze Zeit später die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zum Angriff und teilte mit, 24 Personen - darunter mindestens 20 Ausländer - getötet zu haben. Im Internet wurden Fotos publiziert, die die getöteten Ausländer zeigen sollen. Ihre Echtheit war vorerst nicht überprüfbar.

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Der italienische Botschafter in Bangladesch teilte gegenüber italienischen Medien aber mit, dass sich sieben Italiener unter den Geiseln befänden. Auch Inder sollen im Inneren des Gebäudes gefangen gehalten worden sein.

Seit Anfang 2013 ereignen sich im muslimischen Bangladesch mit seinen rund 160 Millionen Einwohnern vermehrt islamistisch motivierter Angriffe. Opfer sind in der Regel Religionskritiker, Intellektuelle und Angehörige religiöser Minderheiten. Auch gegen ausländische Staatsbürger wurden schon Anschläge verübt.

Zu vielen der Attentate bekannten sich islamistische Organisationen wie Al-Kaida und der IS oder lokale Organisationen, die mit ihnen verbunden sind. Die Regierung bestreitet jedoch, dass der IS in Bangladesch aktiv ist und macht örtliche Extremistengruppen und die Opposition für die Anschläge verantwortlich.


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