Formel 1: „Bullen“ glauben auch nach Quali an Spielberg-Spitzenplatz

Spielberg (APA) - Obwohl sie im Finale des hektischen Qualifyings Sekunden zu spät dran gewesen sind, hoffen beide Red-Bull-Fahrer auf einen...

Spielberg (APA) - Obwohl sie im Finale des hektischen Qualifyings Sekunden zu spät dran gewesen sind, hoffen beide Red-Bull-Fahrer auf einen Topplatz beim Formel-1-Heimrennen am Sonntag in Spielberg. Selbst der erste Stockerlplatz auf dem Red-Bull-Ring sollte drin sein, nachdem Daniel Ricciardo durch die Rückversetzungen von Nico Rosberg und Sebastian Vettel in die dritte Startreihe vorrückt.

Zudem gehen der Quali-Siebente Ricciardo und der Neunte Max Verstappen auf dem härteren Supersoft-Reifen ins Rennen und erhoffen sich dadurch Vorteile. Zumindest wenn es im neunten WM-Saisonlauf (14.00 MESZ, live ORF 1) trocken bleibt. Denn dann sind diese Gummiwalzen laut Pirelli um 0,4 Sekunden pro Runde schneller als die Ultrasofts, die anfangs auf den beiden Mercedes sowie den Autos von Nico Hülkenberg und Jenson Button sein werden. Eine Zweistopp-Strategie wurde von dem Reifenhersteller empfohlen, wobei Regen diese Planung aber über den Haufen werfen würde.

Für Red Bull Racing wäre aber auch der Niederschlag kein Problem, denn da sind die RB12 bekanntlich besonders stark. „Am besten wäre für mich daher ein Mix aus Regen und Trockenheit“, stand daher auf Ricciardos Wunschzettel an das Universum.

Red Bull-Berater Helmut Marko bemängelte, dass man die Fahrer im hektischen Trainings-Finale, als durch das unerwartet rasche Auftrocknen der neu asphaltierten Piste doch noch auf Slicks gefahren werden konnte, zu spät auf die Strecke geschickt hatte. „Die Entscheidung war nicht die klügste“, sagte Marko gegenüber dem ORF-Fernsehen.

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„Wir haben unsere Fahrer zu spät hinaus geschickt, weil wir glaubten, es mit einer Runde zu schaffen“, präzisierte der Österreicher. „Bei solchen Bedingungen muss sich der Fahrer aber erst an die Reifen gewöhnen.“

Für Marko waren die Rückversetzungen einiger vor Red Bull liegenden Fahrer daher eine Art „Schadensbegrenzung“. Der Start auf den Super- statt Ultrasofts sollte laut Marko zudem ein „großer Vorteil“ sein. „Wenn es gelingt, an Jenson Button schnell vorbei zu kommen, sollte ein deutlich besseres Ergebnis drin sein.“ Platz acht ist das bisher beste Red-Bull-Resultat auf der Heimpiste in der Steiermark.

Ricciardo trauerte dennoch einem zweiten oder dritten Platz nach. „Eine zusätzliche Runde wäre perfekt gewesen, denn der Grip war am Ende viel höher“, sagte der Australier. Verstappen hätte einen vierten oder fünften Platz für möglich gehalten. „Zehn Sekunden haben gefehlt, um noch rechtzeitig über die Linie zu kommen und noch eine Runde fahren zu können.“

Insgesamt sieht man sich bei Red Bull reifentechnisch aber im Reinen, nachdem dies zuletzt in Baku noch komplett in die Hose gegangen war. „Hier in Österreich war das Auto von Anfang an schnell. Platz fünf in der Startaufstellung und das auf den Supersofts, das ist immer noch eine gute Position“, zeigte sich Ricciardo trotz allem zufrieden. „Dass wir hier nicht um die Pole kämpfen, war ohnehin immer klar.“

Ricciardo hat zudem seine spezielle Theorie für das Rennen. Grund ist die neue Asphaltierung. „Wasser macht die Strecke sehr schmierig. Sie trocknet aber auch extrem schnell ab. Ich glaube deshalb, dass du am Sonntag nicht unbedingt das beste Auto brauchst, um zu gewinnen. Vielmehr werden sich die schlaueren Fahrer durchsetzen.“

Katerstimmung herrschte hingegen beim B-Team von Ring-Besitzer Dietrich Mateschitz, Toro Rosso. Carlos Sainz (15.) erlitt einen Motorschaden, Daniil Kwjat (20.) verunfallte heftig.

„Das ist sehr schlecht, weil wir viel mehr erwartet haben. Zumindest ein Auto hätte ins Q3 kommen können“, bedauerte Teamchef Franz Tost. Wichtig sei, die Fahrzeuge wieder zu reparieren. „Das müssen wir hin bringen und dann hoffen wir, dass beide Autos am Sonntag halten“, sagte der Tiroler.


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